06.05.2015
FLUG REVUE

Flugzeugkomponenten aus dem DruckerAirbus beschleunigt A350-Produktion durch 3D-Druck

Der Flugzeughersteller Airbus nutzt gezielt 3D-gedruckte Bauteile, um die ehrgeizigen Produktionspläne einzuhalten. Alleine im ersten A350-Kundenflugzeug stammen rund 1000 Bauteile aus dem 3D-Drucker.

Airbus_A350_MSN5_erstes_3D-gedrucktes_Teil

Das erste 3D-gedruckte Bauteil im Vergleich zu einem herkömmlich bearbeiteten Werkstück am Airbus A350-Prototyp MSN5. Der Hersteller nutzt den 3D-Druck auch für Serienflugzeuge. Foto und Copyright: Airbus  

 

Über 1000 Teile der ersten, im Dezember 2014 an Qatar Airways ausgelieferten Kunden-A350, seien auf einem Stratasys FDM 3D-Produktionssystem hergestellt worden, teilte das israelisch-amerikanische Unternehmen Stratasys Ltd. mit. Die 3D-gedruckten Bauteile seien anstelle von herkömmlich produzierten Bauteilen verwendet worden, um die Flexibilität der Versorgungskette zu erhöhen und um die Auslieferungszeiten einzuhalten. Airbus habe bereits 2013 mit der Entwicklung und Zertifizierung des 3D-Drucks mit Stratasys begonnen, um eine Alternative zur Risikominderung für Lieferausfälle zu schaffen. Diese Vision habe sich nun beim A350-XWB-Programm  bewährt.

Am Computerdrucker entstehen die Bauteile jeweils nach der aktuellsten Fassung aus der Konstruktionssoftware. Eventuelle Änderungen erreichen die Fertigung augenblicklich. Die Bauteile werden mit dem Material ULTEM 9085TM 3D-gedruckt, das nach einer Materialvorgabe von Airbus zertifiziert ist. ULTEM 9085 bietet ein vorteilhaftes Festigkeit-Gewichtsverhältnis und erfüllt die FST-Vorgaben bezüglich Flammenausbreitung, Rauch und Toxizität für Materialien im Innenraum von Flugzeugen. Dies ermöglicht Airbus die Produktion formfester und leichter Bauteile und gleichzeitig eine erhebliche Reduzierung der Produktionszeiten und Herstellungskosten.

„Wir sind hocherfreut, dass additive Fertigungsverfahren von Stratasys bei Airbus für das neue Spitzenmodell A350 XWB zum Einsatz kommen. Beide Unternehmen versuchen durch die Anwendung innovativer Technologien in Design und Produktion, wegweisende Alternativen zu schaffen", sagte Dan Yalon, Vice President, Business Development, Marketing & Vertical Solutions bei Stratasys. „Mit unseren additiven Fertigungsverfahren lassen sich komplizierte Bauteile auf Anforderung herstellen. Dadurch können Lieferzeiten eingehalten und Lieferketten entlastet werden. Additive Fertigungsverfahren verbessern auch den Materialausnutzungsgrad, da erheblich weniger Abfallmaterial entsteht als bei herkömmlichen Herstellungsverfahren. Stratasys ist erfreut, diese und andere Vorteile in die Zusammenarbeit mit Airbus einbringen zu können und als Partner an der Airbus-Initiative 'Factory of the Future' beteiligt zu sein."

Die additive Fertigung stellt grundlegend neue Alternativen zu herkömmlichen Herstellungsverfahren bereit. Originalbauteile und Ersatzteile können aus digitalen Quellen an Ort und Stelle produziert werden und reduzieren so einerseits Abfallmaterial und andererseits die Lagerhaltung. Unternehmen, die sich für additive Fertigungsverfahren im gesamten Produktlebenszyklus entscheiden, können ihre Produktionskosten senken, die Markteinführung beschleunigen, Produktionsstätten verlagern und neue, innovative Produkteigenschaften hinzufügen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Noch mehr neue Zweistrahler für Bayern Lufthansa stockt München auf 15 Airbus A350 auf

22.03.2017 - Am Drehkreuz München werden weitere fünf Airbus A350 von Lufthansa stationiert, so dass deren Gesamtzahl dort auf 15 Flugzeuge steigt. … weiter

Vietnam Airlines Mit Airbus A350 XWB ab Frankfurt

21.03.2017 - Ab Januar 2018 bedient Vietnam Airlines die Strecken von Frankfurt nach Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt mit dem neuen Airbus 350-900. Der Airbus-Zweistrahler ersetzt den bisher auf diesen Strecken … weiter

Startversuche mit minimaler Geschwindigkeit A350-1000 im Testprogramm

14.03.2017 - Airbus treibt das Testprogramm für die A350-1000 voran. In Istres wurden Versuche mit minimaler Abhebegeschwindigkeit durchgeführt. … weiter

Roboter arbeitet schneller und sauberer Airbus Bremen bohrt magnetisch

14.03.2017 - Noch in diesem Jahr beginnt in Bremen ein neuartiger Bohrroboter für Nietlöcher seine Arbeit, der durch seine schwingende Bewegung feiner bohrt und keinen unerwünschten Staub mehr erzeugt. … weiter

Südamerikanische Zweistrahler für Doha Qatar Airways least vier A350 von LATAM

03.03.2017 - Qatar Airways mietet sich zusätzliche A350 von Oneworld-Partner LATAM, um Nachfragespitzen abzudecken. Die erste A350 fliegt seit Freitag für Qatar Airways auch nach Deutschland. Sie trägt dabei die … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 04/2017

FLUG REVUE
04/2017
06.03.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


"Neue" MiG-35 vorgestellt
Probleme beim BER
Iran Air erhält Airbus
Wirbelschleppen - die gefährliche Schönheit
SpaceShipTwo wieder im Flugtest
Bombardie-Flaggschiff Global 7000

aerokurier iPad-App