13.11.2013
aero.de

FlugzeugbauAirbus hält nochmaliges Strecken der A350-1000 für möglich

Drei gegen fünf ist keine günstige Aufstellung, um im Mannschaftssport ein Spiel zu gewinnen. Airbus tritt trotzdem mit nur drei A350-Größen gegen drei 787- und zwei 777X-Modelle von Boeing an. Für Airbus endet die neue Zweistrahlerwelt mit der A350-1000 schon bei 350 Sitzen. Noch - denn der Hersteller scheint sich für ein neue Ausbaustufe zu erwärmen, die dem 407-Sitzer Boeing 777-9X das Leben schwerer machen könnte.

Airbus schätzt das Absatzpotenzial für sehr große Twins mit 400 oder mehr Sitzen auf lediglich 779 Flugzeuge in den nächsten 20 Jahren. Der Großteil der Nachfrage werde sich mit geschätzten 6.000 Einheiten im Segment zwischen 250 und 350 Sitzen abspielen, das Airbus mit der A350-800, A350-900 und A350-1000 abdeckt.

Im Twin-Markt unterhalb von 250 Sitzen konkurriert Airbus mit der A330-200 gegen die Boeing 787-8. Die 777-9X hat bislang keinen unmittelbaren europäischen Gegenspieler. Diese Rolle müsste eine A350-1100 einnehmen.

"Ein weiterer Stretch ausgehend von der A350-1000 wäre unter technischen Gesichtspunkten darstellbar", überraschte A350-Programmchef Didier Evrard bei einer Airbus-Veranstaltung im Oktober.

Didier schränkte zwar ein, dass Airbus gegenwärtig "andere Prioritäten" im Programm sehe. Bislang hatten sich hochrangige Airbus-Manager aber eher ablehnend über einen möglichen Zweifach-Stretch der A350 geäußert.

Als gestreckte A350-1000 dürfte eine A350-1100 den Rolls-Royce Trent XWB-97 Antrieb übernehmen. Die Entwicklung eines eigenen Triebwerks für den Stretch würde sich für Rolls-Royce vermutlich nicht rechnen. Das Trent XWB-97 sollte einer A350-1100 zu maximal 7.500 nautischen Meilen Reichweite verhelfen, womit das Flugzeug etwa zehn Prozent unter dem Einsatzradius der 777-9X bliebe. Für die meisten Airlines wäre das aber sicher kein Ausschlusskriterium.

A350-800 hat wenig Freunde
Airbus wird sich den Markt für eine A350-1100 daher nochmal genau ansehen. Wenn das Flugzeug rasch grünes Licht erhält, könnte es Airbus sogar noch zum erwarteten EIS der 777-9X um das Jahr 2020 zur Serienreife bringen. Eventuell müsste der Hersteller dafür die Prioritäten im Programm neu gewichten und die Entwicklung der kleinen A350-800 hinten an stellen.

Weil Airlines derzeit eher zu den größeren A350-Modellen tendieren reduzierte sich die Zahl der bestellten A350-800 auf zuletzt 79 Flugzeuge. Bislang soll die A350-800 von 2016 an ausgeliefert werden, ein Jahr vor der A350-1000.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
aero.de / Dennis Dahlenburg / flugrevue.de / as


Weitere interessante Inhalte
Neuester Airbus-Zweistrahler für Südkorea Asiana übernimmt ihre erste A350

24.04.2017 - Die südkoreanische Fluggesellschaft Asiana Airlines übernimmt am Montag in Toulouse ihren ersten Airbus A350-941. … weiter

Taufe und Einsatzbeginn A350 in der Lufthansa-Flotte

05.04.2017 - Mit der „Nürnberg“ hat Lufthansa im Februar ihre erste A350 in Dienst gestellt. Der neue Zweistrahler ist wirtschaftlicher und deutlich leiser. … weiter

Airbus Customer Definition Center wächst Airbus erweitert Hamburger Kabinenzentrum

03.04.2017 - Das bisher für Kunden der A350 genutzte Kabineneinrichtungszentrum von Airbus in Hamburg wird erweitert und künftig auch Kunden der Airbus-Programme A320 und A330 beraten. … weiter

Noch mehr neue Zweistrahler für Bayern Lufthansa stockt München auf 15 Airbus A350 auf

22.03.2017 - Am Drehkreuz München werden weitere fünf Airbus A350 von Lufthansa stationiert, so dass deren Gesamtzahl dort auf 15 Flugzeuge steigt. … weiter

Vietnam Airlines Mit Airbus A350 XWB ab Frankfurt

21.03.2017 - Ab Januar 2018 bedient Vietnam Airlines die Strecken von Frankfurt nach Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt mit dem neuen Airbus 350-900. Der Airbus-Zweistrahler ersetzt den bisher auf diesen Strecken … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 05/2017

FLUG REVUE
05/2017
10.04.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Boeing 737 wird 50
Boeing 787-10 fliegt
Rafale in Jordanien
DC-3 in Kolumbien
Flughafen Paris Charles de Gaulle
Triebwerksforschung

aerokurier iPad-App