16.09.2014
FLUG REVUE

Neues Verfahren aus HamburgAirbus lackiert per Tintenstrahldrucker

Der Flugzeughersteller Airbus hat in Hamburg ein neues Lackierverfahren entwickelt. Es ermöglicht mit Hilfe eines schnellen Tintenstrahldruckers die fotorealistische Lackierung von Heckflossen.

Airbus_A320_Heckflosse_lackiert_mit_Tintenstrahldrucker

Ab 2015 will Airbus die A320-Heckflossen mit einem neuen Verfahren per Tintenstrahldrucker lackieren. Diese Versuchs-Heckflosse erhielt bereits eine Lackierung aus dem Drucker. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die von Lackieringenieuren des A320-Programms in Hamburg entwickelte Methode könne in einem breiten Spektrum von Anwendungen genutzt werden, meldete Airbus. Viele Airlines entwickelten immer komplexere Lackiermuster, die immer schwerer zu lackieren seien. Künftig könne ein direkt arbeitender Tintenstrahldrucker das gewünschte Motiv mit allen Feinheiten aufbringen, darunter Fotos, geometrische Muster, moderne Kunst oder andere komplizierte Motive.

Ein beweglicher Tintenstrahlkopf sprühe die drei Grundfarben cyan, magenta und gelb, sowie schwarz von einer sieben Meter breiten Arbeitsplattform auf das Flugzeug. Der Sprühvorgang werde in waagerechte Linien aufgelöst, die von oben nach unten auf die zu lackierende Fläche aufgebracht würden. Am Ende erfolge eine Klarlack-Schutzlackierung.

"Ich kann fließende Farbübergänge oder fotorealistische Motive erstellen, die man mit dem normalen Lackierverfahren niemals erzeugen könnte", sagte Matthias Otto, Technologie-Manager bei Airbus. Jede gewünschte Größe und Form sei lackierbar. Bisher sei für kompliziertere Muster bedruckte Klebefolie benutzt worden, die aber reißen oder abblättern könne und die thermisch stark altere. Das neue Verfahren erfordere weniger Arbeitsschritte und sei auch billiger, weil die Lackierung nicht mehr schichtweise aufgebracht werde. Zudem entfalle der gesundheitsschädliche Farb-Sprühnebel in der Lackierhalle.

Bis Anfang 2015 soll das neue Lackierverfahren zugelassen sein und in der A320-Endmontagelinie genutzt werden, um die Vorlaufzeiten des Programms zu stabilisieren und weiter zu senken.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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