Airbus plant elektrische Rollhilfe für A320-Familie

Der Flugzeughersteller Airbus will ab 2013 einen elektrischen Zusatzantrieb im Bugfahrwerk der A320-Familie testen. Der von der Hilfsgasturbine (APU) gespeiste Elektroantrieb würde den Verzicht auf die Nutzung der Triebwerke zum Rollen am Boden ermöglichen und Kerosin sparen.

A320 elektrisches Bugrad

Der geplante elektrische Bugradzusatzantrieb der A320-Familie. Foto: Airbus  

 

Airbus-Ingenieure hätten den patentierten Elektroantrieb für die A320-Familie entwickelt, der den Kraftstoffverbrauch beim Rollen am Boden wesentlich reduzieren könne, teilte Airbus mit.

Bisher würden die Triebwerke für das immer zeitaufwändigere Rollen am Boden genutzt. Sie liefen dabei häufig im Leerlauf, also bei nicht optimalen Bedingungen. Airbus schlage nun vor, stattdessen die Hilfgasturbine im Heck (APU) als Stromerzeuger zu nutzen, und mit dieser Energie einen kleinen Elektromotor anzutreiben. Er soll entweder über einen Rollenantrieb seine Kraft auf die Bugradlaufflächen übertragen, direkt in den Radnaben untergebracht oder zwischen den Rädern in der Bugradachse eingebaut werden.

Der Verbrauch sei fünfmal niedriger als beim Laufen lassen der Triebwerke. Pro Flug ließen sich 200 Kilogramm Kerosin sparen. Außerdem könne beim Pushback von der Abfertigungsposition künftig auf die Nutzung von Schleppfahrzeugen verzichtet werden, was die Autonomie der Flugzeuge erhöhe.

"Das autonome Rollen und schlepperlose Abrollen ist sehr attraktiv für die Flugzeugbetreiber", sagte Jérémy Bedarrides, Forschungs- und Technologieingenieur bei Airbus, der an der Entwicklung beteiligt war. "Dies verschafft Airbus einen Wettbewerbsvorteil."

Airbus plane, die Demonstrationsphase 2012 abzuschließen. Nach elektrischen Tests der modifizierten APU seien 2013 Rollversuche und 2014 Flugtests mit dem eingebauten neuen Elektroantrieb geplant.

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