17.09.2009
FLUG REVUE

Airbus MarktprgnoseAirbus sieht Bedarf für 25.000 neue Flugzeuge bis 2028

Airbus hat seine aktuelle Marktprogose veröffentlicht. In der Global Market Forecast geht das Unternehmen von einem Bedarf für 25.000 neue Flugzeuge bis 2028 aus.

Airbus schätzt das Marktpotential für die rund 25.000 neuen Flugzeuge auf 3,1 Billionen US-Dollar. Der wachsende Bedarf der Schwellenländer, die Weiterentwicklung der Streckennetze der Airlines, die Expansion des Low-Cost-Sektors, die zunehmende Zahl von Megacities, das Verkehrswachstum und die Ablösung älterer, weniger effizienter Flugzeuge durch neue Modelle sind nach Einschätzung des Herstellers weitere Faktoren, die zu einer steigenden Nachfrage nach neuen Flugzeugen beitragen werden.

Zyklen des wirtschaftlichen Abschwungs sind laut Airbus im Vergleich zu den Zeithorizonten der Flugzeuginvestition und Flottenerneuerung relativ kurz, und die starke Basisnachfrage nach Flügen wird das Branchenwachstum beflügeln. So gingen die verkauften Sitzplatzkilometer (RPK) 2009 zwar um zwei Prozent zurück, doch werden sie bereits 2010 wieder um 4,6 Prozent ansteigen, rechnet Airbus.

Das Wachstum im Passagierverkehr wird - der Prognose zufolge - zyklische Effekte über die nächsten 20 Jahre weiterhin abfedern und sich auf durchschnittlich 4,7 Prozent jährlich belaufen, was einer Verdopplung in den nächsten 15 Jahren entspricht.

Zur Deckung dieses Bedarfs werden fast 24.100 neue Passagierflugzeuge im Wert von 2,9 Billionen US-Dollar benötigt. Mit dem erforderlichen Ersatz von rund 10.000 älteren Verkehrsflugzeugen wird sich die weltweite Flotte von heute rund 14.000 Passagierflugzeugen ab 100 Sitzen somit verdoppeln, erwartet der europäische Hersteller.

Für den Luftfrachtmarkt wird ein Wachstum mit Steigerungsraten von jährlich 5,2 Prozent bei den Frachttonnenkilometern (FTK) erwartet. Die notwendige Flottenmodernisierung eingerechnet werden damit im Prognosezeitraum rund 3.440 Frachter benötigt. Mehr als 850 davon sind neue Flugzeuge im Wert von 210 Milliarden US-Dollar, während der restliche Bedarf durch die Umrüstung von Passagierflugzeugen zu Frachtern gedeckt wird.

„Der Luftverkehr ist eine Wachstumsbranche und ein unerlässlicher Bestandteil der Weltwirtschaft“, unterstreicht John Leahy, Chief Operating Officer Customers von Airbus.

In 20 Jahren werden laut einer Prognose von Oxford Economics weltweit 8,5 Millionen Menschen direkt im Luftverkehrssektor beschäftigt sein und damit eine Billion US-Dollar jährlich zum Welt-BIP beitragen, teilte Airbus mit. Noch größer sind die Anteile, die auf den Tourismus und indirekte Nutzeneffekte entfallen.

Der stärkste Nachfrageschub nach Passagierflugzeugen wird von Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum und in den Volkswirtschaften der Schwellenländer kommen. Hierzu zählen insbesondere die Volksrepublik China und Indien, auf die 31 Prozent der gesamten Nachfrage entfallen; Europa und Nordamerika erreichen demgegenüber 25 bzw. 23 Prozent.

Auf den jeweiligen Binnenmärkten im Passagierluftverkehr werden ebenfalls Indien mit 10 Prozent und China mit 7,9 Prozent die höchsten Zuwachsraten in den nächsten 20 Jahren verzeichnen können. Gemessen am Verkehrsvolumen bleiben die USA jedoch die Nr. 1 im Inlandsverkehr.

Das Wachstum des Luftverkehrs, die erhöhten Flugdichten, die Notwendigkeit von Kostensenkungen, Umweltauflagen und die Verkehrsüberlastung der Flughäfen veranlassen Fluggesellschaften mehr und mehr dazu, die Vorteile größerer Flugzeuge zu nutzen – insbesondere, wenn diese Flugzeugfamilien angehören und so die Schulungs- und Wartungskosten minimieren.

So haben Airlines in den Vereinigten Staaten 2007 nicht weniger als 740 Millionen Gallonen Kraftstoff (mehr als 2,8 Mrd. Liter) für das Fliegen von Warteschleifen vor der Landung auf überlasteten Flughäfen verschwendet.

Airbus sieht einen Bedarf an über 1.700 Supergroßraumflugzeugen (Very Large Aircraft oder VLA) wie der A380, die mehr als 400 Passagieren Platz bieten. Dieser Bedarf beläuft sich wertmäßig auf 571 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anteil von 19 Prozent am Gesamtwert der ausgelieferten Passagier- und Frachtflugzeuge bzw. einem Anteil von 7 Prozent an ihrer absoluten Zahl.

Fast 1.318 dieser Flugzeuge werden benötigt, um die Megacities der Welt miteinander zu verbinden. Diese Agglomerationen nehmen an Zahl und Größe ständig zu, was unweigerlich zu einer größeren Verkehrskonzentration führt. Mehr als 50 Prozent der weltweiten VLA-Flotte werden so von Fluggesellschaften aus dem asiatisch-pazifischen Raum betrieben werden, erwartet Airbus.

Im Großraumsegment (Flugzeuge mit 250 bis 400 Sitzen) werden nach Einschätzung von Airbus in den nächsten 20 Jahren rund 6.250 neue Passagier- und Frachtflugzeuge im Wert von rund 1,3 Billionen US-Dollar benötigt, was wertmäßig einem Anteil von 42 Prozent und nach Einheiten einem Anteil von 25 Prozent entspricht. 4.240 davon werden kleinere Großraumflugzeuge sein (250 bis 300 Sitze), während die übrigen 2.010 zu den mittelgroßen Twin-Aisle-Jets (350 bis 400 Sitze) zählen werden. Ab 2013 will Airbus mit der neuen A350 XWB-Familie dann das komplette Nachfragespektrum auf dem Markt für Großraumflugzeuge abdecken.

Im Single-Aisle-Segment prognostiziert Airbus für die nächsten 20 Jahre die Auslieferung von fast 17.000 Flugzeugen im Wert von rund 1,2 Billionen US-Dollar. Dies entspricht Anteilen von rund 39 Prozent am Gesamtwert bzw. 68 Prozent nach Stückzahlen. Damit werden frühere Prognosen übertroffen, was mehrere Gründe hat: den Markteintritt von Niedrigpreisfluggesellschaften, die verstärkte Liberalisierung bei den Flugstrecken sowie die steigende Nachfrage nach Single-Aisle-Flugzeugen aus Asien.




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