20.06.2014
FLUG REVUE

Vorzeitig ermüdende DichtungenAirbus überprüft alle A380-Türen

Nach mehreren Zwischenfällen mit den Kabinentüren des Airbus A380 hat Airbus eine systematische Inspektion aller A380-Türen angeordnet. Dabei wird per Ultraschall geprüft, ob die Türdichtungen durch Vibrationen im Flug vorzeitig gealtert sind.

a380-in-flugerprobung-9 (jpg)

Die Türen aller Airbus A380 werden zur Zeit auf Undichtigkeiten überprüft. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die Störung betreffe die sogenannte "Door Cover Plate" auf der Oberseite der Türen, hatte Airbus-Programmvorstand Tom Williams Mitte Juni in Toulouse erklärt. Diese Platte könne durch Vibrationen im Flug ermüden und zum Undichtwerden der Türsiegel führen. Der Fehler sei nicht sicherheitsrelevant, alle Flugzeuge könnten weiter eingesetzt werden. Langfristig sei jedoch eine Änderung vorgesehen. "Weniger als zehn Prozent aller A380-Türen" seien betroffen. Die Prüfung erfolge mit Ultraschall. Betroffene Türen würden durch eine örtliche Verstärkung ertüchtigt. Die Reparatur könne bei Erfordernis im Rahmen normal anstehender C-Checks ausgeführt werden.

Am 6. Januar war ein Airbus A380 auf dem Weg von London nach Singapur in Baku zwischengelandet, nachdem es wegen einer undichten Tür "3L" zu einem Druckabfall an Bord gekommen war. Schon einmal auf dem Weg nach London war die gleiche Tür kurz vor Weihnachten durch laute Windgeräusche aufgefallen. Eine Untersuchung durch Techniker hatte damals jedoch zu keinem Befund geführt. Auf dem Flug im Januar trat dann die erneute Störung nach fünf Flugstunden auf Reiseflughöhe auf. Dabei wurde die Oberseite der betroffenen Tür beschädigt. Ende Februar kehrte auch ein anderer Airbus auf dem Weg von Dubai nach Singapur wegen lauter Türgeräusche nach Dubai zurück. Seitdem hatte Airbus die Ursache der Türstörungen ermittelt.

Die wegen ihrer Größe ungewöhnlich aufwändig konstruierten Türen der A380 werden bei Airbus Helicopters in Donauwörth gebaut. Sie werden elektrisch geöffnet und geschlossen. Jede A380 hat sechs Kabinentüren auf dem Oberdeck und acht Türen und zwei Flügel-Notausgangstüren auf dem Hauptdeck. Jede der Türen ist für ihre Position an Bord "maßgeschneidert". Im Flug werden die Türen von innen durch den Überdruck in der Kabine fest in ihre Rahmen gepresst. Ein etwaiges "Aufspringen" ist deshalb konstruktiv ausgeschlossen.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Erster kommerzieller Flug im März Emirates fliegt mit A380 nach São Paulo

19.01.2017 - Emirates bedient von März an die Strecke Dubai-São Paulo mit einem Airbus A380. Bislang gab es keine kommerziellen Flüge mit dem größten Passagierflugzeug der Welt vom und zum São Paulo International … weiter

Tägliche Verbindung nach Seoul Asiana kommt mit A380 nach Frankfurt

13.01.2017 - Die südkoreanische Fluggesellschaft Asiana Airlines setzt ab dem 5. März einen Airbus A380 auf der Strecke Frankfurt-Seoul ein. Bisher bediente eine Boeing 747 die Route. … weiter

Airliner Airbus A380: Alle Auslieferungen und Bestellungen

03.01.2017 - Das Jahr 2016 endete bei Airbus mit einem Lieferfeuerwerk neuer Airbus A380. Neben Emirates profitierte davon auch Asiana, die nun alle ihre bestellten Flugzeuge betreiben kann. … weiter

Emirates Airbus verschiebt A380-Auslieferung

02.01.2017 - Der europäische Flugzeughersteller liefert zwölf Airbus A380 später an Emirates aus als geplant. Probleme mit den Trent-900-Triebwerken von Rolls-Royce sollen der Grund sein. … weiter

Die Riesen der Lüfte Top 10: Die größten Flugzeuge der Welt

27.12.2016 - Schneller, höher, weiter: Die Entwicklung der Luftfahrt ist und war immer von Rekorden geprägt. Eine besondere Rolle nehmen seit jeher Großflugzeuge ein. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
09.01.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Ryanair greift Lufthansa an
- Bombardier liefert CS300
- Gulfstream G500
- Sea Lion fliegt
- Interview Astronaut Gerst
- Nachtschicht bei LH Technik

aerokurier iPad-App