04.01.2016
FLUG REVUE

Neuer Kunde für vorproduzierte FlugzeugeANA will drei Airbus A380 von Skymark übernehmen

Die japanische Fluggesellschaft ANA will drei Airbus A380 übernehmen, die Airbus für die in Zahlungsschwierigkeiten geratene Skymark Airlines bereits auf Halde produziert hatte.

Skymark Airlines Airbus A380 Erstflug

Jungfernflug des ersten Airbus A380 für Skymark Airlines. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die japanische Fluggesellschaft ANA will, laut japanischen Medienberichten, drei Airbus A380-800 mit Trent-Triebwerken übernehmen, die Airbus bereits für die ebenfalls japanische Fluggesellschaft Skymark vorproduziert hatte. Dieser Auftrag war aber noch vor Auslieferung terminiert worden, da Skymark in Zahlungsschwierigkeiten geraten war. Mittlerweile ist ANA als Investor bei Skymark eingestiegen und Skymark ein Teil der ANA-Gruppe geworden.

Laut des jetzigen Berichts der Wirtschaftszeitung Nikkei Asian Review will ANA die drei Flugzeuge im "Fiskaljahr 2018" in Dienst stellen und auf touristischen Routen zwischen Japan und Hawaii einsetzen. Es dürfte sich um die Flugzeuge MSN162, MSN167 und MSN185 handeln, die zu einer Serie von sechs bestellten Skymark-A380 gehörten und bereits weitgehend vorproduziert sind. Zwei Flugzeuge sind flugfähig eingelagert, das dritte ist zu großen Teilen endmontiert. Skymark hatte eine ungewöhnlich niedrig bestuhlte Kabinenvariante mit 114 Sitzen der Business Class und 280 Sitzen der Klasse Economy Plus geplant. Die Flugzeuge hatten diese Inneneinrichtung jedoch noch nicht erhalten. Eine neue Kabinenkonfiguration mit mehr Sitzen dürfte einen zeitlichen Vorlauf von knapp zwei Jahren bis zur Auslieferung haben.

Airbus und ANA haben den bevorstehenden Auftrag noch nicht bestätigt. Für den Hersteller könnte der A380-Verkauf an einen neuen Kunden aus dem erhofften A380-Schlüsselmarkt Japan eine dreijährige Durststrecke beim Absatz seines vierstrahligen Flaggschiffs beenden helfen. Der Flugzeughersteller muss in diesem Jahr darüber entscheiden, ob die Produktionsrate gesenkt wird und ob man die A380 mit neuen Triebwerken zum Konkurrenten der kommenden Boeing 777X ausbaut. Emirates hat an dieser möglichen Version A380neo bereits Interesse angemeldet und will bei deren Erscheinen bis zu 200 Flugzeuge bestellen.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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