04.06.2014
Erschienen in: 11/ 2012 FLUG REVUE

Marktübersicht propellergetriebene RegionalflugzeugeAufholjagd der Turboprops

Noch vor wenigen Jahren galten Turboprops im Regionalverkehr eher als aussterbende Spezies. Die wirtschaftlichen Flugzeuge erlebten jedoch eine Renaissance, wie die Marktübersicht der FLUG REVUE aus dem Jahr 2012 feststellte.

ATR 42-600 72-600 Formation

ATR 42-600 und ATR 72-600 in Formation. Foto und Copyright: ATR  

 

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Totgesagte leben länger: Ab dem Jahr 2000 sah es nicht gut aus für den Turbopropmarkt. „Als ich 2004 zum ersten Mal zu ATR kam, hatten wir eine komplett andere Situation als heute. Es gab ernste Überle-gungen, ATR wie Saab und Fokker aufzugeben. Die Jet-Manie hat für viel Sterblichkeit unter den Turboprop-Herstellern gesorgt“, sagt ATR-Chef Filippo Bagnato im Gespräch mit der FLUG REVUE. „Dann kam die Periode der Deregulierung; die Ticketpreise fielen, und die Treibstoffkosten begannen zu steigen. Die Airlines begannen ihre Meinung zu ändern. Ab 2005 bekamen wir wieder Aufträge. Aber das Problem lag darin, dass ATR die Glaubwürdigkeit am Markt verloren hatte. Keiner wollte investieren und Triebwerke oder Fahrwerke liefern. Um die Zuversicht zu steigern, startete ich den Slogan: ‚ATR arbeitet auf das 1000. Flugzeug hin. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir weniger als 600 Maschinen ausgeliefert. Ich hatte also ein wenig Angst.“ Aber Bagnato sollte Recht behalten: Am 4. Mai 2012 lieferte ATR das 1000. Flugzeug aus. Der konstant steigende Ölpreis begünstigte das Ziel. Insgesamt 30 Prozent aller Passagiere fliegen auf Strecken von 555 Kilometern oder weniger. „Für diesen Markt ist der Turboprop die profitable Lösung, weil die Geschwindigkeit der Jets nicht wirklich einen Vorteil bietet. Im Endeffekt liegt der Unterschied nur bei wenigen Minuten. Dafür verbraucht ein Turboprop nur die Hälfte. Bei einer Stunde benötigt ein Jet 1500 Kilogramm Kerosin, während eine ATR bei rund 700 Kilogramm liegt. Außerdem haben die heutigen Produkte in Bezug auf den Komfort, etwa Geräuschniveau und Platz für Handgepäck, nichts mehr mit den Turboprops von vor zehn Jahren zu tun. Kommt man in die Kabine, sieht man nicht mehr den großen Unterschied zu den Jets. Komfort und Wirtschaftlichkeit sind die Hauptgründe für die steigende Nachfrage.“ Bagnato prognostiziert folglich für die nächsten 20 Jahre einen Bedarf von mehr als 3000 neuen Flugzeugen. Schon jetzt machten Turboprops 80 Prozent des Auftragsbestands von Flugzeugen mit 50 bis 90 Sitzen aus.


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