19.05.2014
FLUG REVUE

Ausgangsbasis für VerhandlungenAustrian legt Eckpunkte eines Konzern-Kollektivvertrags vor

Austrian Airlines und ihre Tochter Tyrolean Airways haben ihren Mitarbeitern heute Vormittag ein Rahmenwerk für einen für die gesamte Austrian Airlines Gruppe geltenden Kollektivvertrag im fliegenden Bereich vorgestellt.

777 Austrian 2014

Beim neuen Kollektivvertrag für das fliegende Personal will Austrian auch die Gegebenheiten der Langstreckenflotte wieder besser berücksichtigen (Foto: Austrian Airlines).  

 

Nach den gescheiterten Verhandlungen im Jahr 2012 war der gesamte Flugbetrieb in die Tochter Tyrolean Airways überführt worden – mit ihm ca. 1.900 Mitarbeiter und alle Flugzeuge. Nun macht das Unternehmen den Mitarbeitern ein neues Angebot, um Planungssicherheit und eine Basis für Zukunftsentscheidungen zu ermöglichen. Dieser Kollektivvertrag eröffnet eine Chance für eine künftige Zusammenführung von Tyrolean Airways und Austrian Airlines, so die Unternehmensleitung.

„Die Inhalte des Angebots basieren auf 10 Monaten gemeinsamer Verhandlung mit dem Betriebsrat, der Gewerkschaft und der Wirtschaftskammer. Unsere Mitarbeiter wünschen sich eine Einigung und eine Perspektive. Und sie wünschen sich ein Zurück zur Austrian. Das wollen wir ermöglichen“, sagt Austrian CEO Jaan Albrecht.

Die Eckpunkte des neuen Konzern-Kollektivvertrags sind neue Flugzeitenregelungen, eine neue Gehaltstabelle, eine Erfolgsbeteiligung am Unternehmensgewinn, ein überarbeitetes Pensionskassenmodell sowie ein neues Karrieremodell für Kabine und Cockpit.

Die derzeitigen Flugzeitenregelungen basieren auf dem alten Tyrolean Kollektivvertrag. Die Neuregelung berücksichtigt noch besser die Anforderungen zum Betrieb der Langstreckenflotte. Im Gegenzug zur alten geplatzten Verhandlungslösung aus dem Jahr 2012 bleiben die Gehälter der dienstälteren Ex-Austrian Mitarbeiter auf demselben Niveau und werden nicht abgesenkt. Sie sind allerdings auf dem jeweiligen Stand eingefroren, bis sie von der neuen Gehaltstabelle eingeholt werden.

Ein weiterer Eckpunkt des neuen Kollektivvertrags ist ein überarbeitetes Pensionskassenmodell. Für Mitarbeiter aus dem ehemaligen Austrian Airlines Pensionssystem (Leistungspension) werden Abschlagzahlungen angeboten. Die Bandbreite dafür errechnet sich nach Dienstalter und Position und reicht von etwa 15.000 Euro für Flugbegleiter bis zu 305.000 Euro für Kapitäne

Klaus Froese, Geschäftsführer der Tyrolean Airways, dazu: „Ein neues Karrieremodell zu finden, war wohl die schwierigste Aufgabe. Andere Fluglinien sind genau daran gescheitert. Kernstück unseres Modells ist ein transparenter und fairer Verteilungsschlüssel für Piloten der Regionalflotte und Piloten von größeren Flugzeugtypen für frei werdende Kapitänspositionen.“

Das Verhandlungsteam hat dem Betriebsrat Bord der Tyrolean, der Wirtschaftskammer und der Gewerkschaft vergangene Woche die Eckpunkte des neuen Kollektivvertrags vorgestellt. Nun soll über die Details verhandelt werden, sofern der Betriebsrat dazu bereit ist.

Wenn die Einigung mit dem Betriebsrat gelingt, dann würde das für die Mitarbeiter viel mehr als nur einen Kollektivvertrag bedeuten. Ein Konzern-Kollektivvertrag bildet die Basis für einen Zusammenschluss von Tyrolean und Austrian. Für die Kunden hieße das schließlich: Eine Marke. „Flown by Austrian, operated by Austrian“, so bezeichnet das Froese.

 „Wir schreiben wieder schwarze Zahlen und wollen nun die nächsten Schritte in Richtung Zukunft gehen. Dafür haben wir auch die Unterstützung der Lufthansa“, erklärt Austrian CEO Jaan Albrecht. „Noch heuer will die Austrian eine Zukunftsentscheidung fällen und das Nachfolgemodell der Fokker-Flotte auf den Weg bringen. Ohne eine Einigung im Kollektivvertrag kann eine derartig bedeutende Investitionsentscheidung nicht getroffen werden“, so Albrecht weiter.

Die Austrian Airlines Group beschäftigt derzeit rund 6.300 Mitarbeiter, rund 3.100 Mitarbeiter arbeiten im Cockpit und in der Kabine. Mit dem Bodenpersonal wurde im vergangenen Jahr mit Hilfe der Gewerkschaft und des Betriebsrats ein neuer Kollektivvertrag abgeschlossen.



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