11.09.2013
FLUG REVUE

Avro RJ als Wasserbomber

Regionalflugzeuge von BAE Systems sollen in den USA Propellerflugzeuge zur Bekämpfung von Waldbränden unterstützen. Zwölf Flugzeuge befinden sich momentan bei vier Unternehmen in der Umrüstung.

BAE Avro RJ85 Conair Wasserbomber

Der Conair RJ85 Airtanker absolvierte seinen Erstflug am 21. August 2013. Foto: © BAE Systems  

 

Vier Firmen in den USA und Kanada haben die BAe-146- und Avro-RJ-Familie ausgewählt, um sie zu Wasserbombern umzurüsten. Sie entsprechen dann der Klasse "Type 1 Airtanker" mit einem Fassungsvermögen von 3000 Gallonen (11356 Liter) Löschmittel. Diese Kategorie umfasst den größten Teil der Wasserbomber in Nordamerika. Dazu gehören auch Muster wie die Grumman S-2 Tracker und die Lockheed P-2 Neptune.  Die BAe 146 gilt als geeigneter Nachfolger, da viele verfügbare Maschinen nur relativ wenige Flugstunden aufweisen. Dies ist wichtig für den Einsatz: "Die extremen Bedingungen während der Löschflüge bedeuten, dass jeder Flugzyklus unter diesen Konditionen das Äquivalent von vier bis sieben normalen Flügen in Bezug auf die Struktur und Ermüdung bedeutet", schätzt Mark Taylor, Business Director Engineering bei BAE Systems Regional Aircraft. "Diese Zahlen werden in den ersten Betriebsjahren nachgewiesen." Außerdem will BAE aerodynamische Analysen und Belastungsuntersuchungen durchführen und die Firmen bei Testflügen unterstützen. Weitere Vorteile der 146-Familie seien die guten Langsamflugeigenschaften, die Hot-and-High-Flugleistungen und die Möglichkeit zu Steilanflügen. Der Bedarf für Wasserbomber ist gegeben. Laut der US-Forstbehörde gab es Mitte August 48 unkontrollierte Brände im ganzen Land.

Der erste Conair RJ85 Airtanker absolvierte seinen Jungfernflug am 21. August 2013. Die Conair-Gruppe aus dem kanadischen Abbotsford in British Columbia betreibt eine Flotte von rund 50 Flugzeugen. Mehrere BAE-Maschinen sind von Falko Regional Aircraft geleast. Bereits zwei BAe-146-Wasserbomber hat Tronos Plc aus Großbritannien an Neptune Aviation Services aus Missoula, Montana, ausgeliefert. Vier weitere befinden sich derzeit in Kanada in der Umrüstung. Neben den zwei BAe 146 Airtanker betreibt das Unternehmen acht Lockheed P-2 Neptune.

Minden Air aus Minden, Nevada, hat vor kurzem die Umrüstung des ersten BAe 146 Fireliner abgeschlossen. Das Flugzeug wird derzeit erprobt. Gleichzeitig befindet sich eine weitere Maschine in der Umrüstung. Der Fireliner soll die Neptunes bei Minden Air ablösen. Als Ersatz der Lockheed Electra soll die BAe 146 bei Air Spray Aviation Services aus Edmonton in Kanada dienen. Die Firma hat eine Basis in Chico, Kalifornien. Eine BAe 146-200 wurde bereits zur Umrüstung beschafft.

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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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