01.03.2016
FLUG REVUE

Grenzüberschreitende Begleitung durch F-16 und RafaleBelgische Forschungsdrohne stürzt in Frankreich ab

Eine wissenschaftliche Forschungsdrohne aus Belgien ist am Dienstag nach dem Verlust der Kontrolle in Frankreich abgestürzt. Die Behörden lösten dabei den sogenannten "Renegade"-Alarmfall aus und verfolgten den Irrflug mit Abfangjägern.

Forschungsdrohne Institut VITO Belgien

Eine solche belgische Forschungsdrohne, hier vor einem Start in Spanien, stürzte am Montag über Frankreich ab. Foto und Copyright: VITO  

 

Das belgische Umweltforschungsinstitut VITO aus der Provinz Antwerpen bestätigte den Verlust und Absturz seiner Drohne am Dienstag. Das ferngsteuerte, unbemannte Luftfahrzeug sei am Nachmittag in einem gesperrten, militärischen Luftraum über Nord-Belgien unterwegs gewesen, als es den Kontakt zu seiner Bodenstation verlor. Die Drohnenpiloten hätten den Kontrollverlust unverzüglich der Flugsicherung gemeldet. 

Normalerweise führe das System bei einem Kontrollverlust eine sofortige, automatische Notlandung aus, die aber in diesem Fall unterblieb. Stattdessen nahm die herrenlose Drohne Kurs in Richtung Brüssel, wie die Flugsicherung am Radar beobachtete. Daraufhin stiegen zwei belgische F-16 einer Alarmrotte auf, die das Luftfahrzeug begleiteten. Die Drohne setzte ihren Flug schließlich über Frankreich fort, wo eine zusätzlich alarmierte Rafale aus Saint Dizier sie "übernahm". Dann stürzte die rot-weiß lackierte Drohne etwa 50 Kilometer von Reims entfernt auf freiem Feld ab, ohne Schaden anzurichten.

Das Institut VITO teilte mit, es sei nicht der erste Flug dieser Drohne gewesen und deren Besatzung sei durchaus erfahren.  Vor dem Flug sei eine genaue Risikobewertung erfolgt. Man werde nach der Freigabe der Trümmer in Zusammenarbeit mit dem Drohnenhersteller untersuchen, wieso die Sicherheitseinrichtungen nicht funktioniert hätten. Bis dahin werde man diesen Drohnentyp nicht mehr einsetzen. 

Die 3,4 Meter lange, einmotorige Propeller-Drohne mit 3,8 Meter Spannweite erreichte auf ihrem Irrflug eine Geschwindigkeit von 150 bis 160 km/h und flog in Höhen von 3500 Fuß bis 4000 Fuß (1000 bis 1200 Metern).

UPDATE:
Der am Dienstag gemeldete Zwischenfall ereignete sich bereits am Montag.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



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