12.02.2013
aero.de

Boeing 787-Batterien - Kurzschlüsse durch Metallablagerungen?

Vor sechs Wochen brannte am Flughafen von Boston eine Lithium-Ionen-Batterie in einer Boeing 787 von Japan Airlines.

Das NTSB, die in solchen Fällen ermittelnde Bundesbehörde, fand bei einer Zerlegung des Akkus Anzeichen für Kurzschlüsse in einzelnen Zellen, nicht aber deren Ursache. Jetzt geht das NTSB einer ersten heißen Spur nach - mikroskopisch kleine Metallabscheidungen, sogenannte Dendriten, könnten die Brände ausgelöst haben.

Es werde gegenwärtig untersucht, ob Dendriten beim Batteriebrand von Boston eine Rolle gespielt haben, erklärte das NTSB am Dienstag gegenüber US Medien.

Dendriten können sich in Form feinster, verästelter Strukturen bilden wenn beim Landevorgang metallisches Lithium an der negativen Elektrode abgeschieden wird. Durch diese Strukturen können in den Zellen lokale Kurzschlüsse entstehen, die eine schnell ablaufende Wärmereaktion in Gang setzen und letztlich zur Überhitzung der gesamten Batterie führen.

Es werde aber weiterhin in alle Richtungen ermittelt, schränkte das NTSB ein. Dendriten würden derzeit nur als eine mögliche Ursache in Betracht gezogen.

Gleichwohl böten Dendriten auch eine plausible Erklärung für den Umstand, dass bislang nur einige Dreamliner mit Batterieproblemen zu kämpfen hatten. Im Flugbetrieb unterschiedlich lange Lade- und Entladezyklen der Batterien können die Entstehung von Dendriten laut Experten maßgeblich beeinflussen.

Boeing 787 Dreamliner - Chronologie der Ereignisse

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