07.05.2015
aero.de

FAABoeing 787 Dreamliner - Risiko bei monatelangem Dauerstrom

Die US Luftfahrtbehörde FAA weist Betreiber der Boeing 787 auf ein von Boeing erkanntes Risiko im elektrischen System hin. Unter bestimmten Umständen "drohe ein Ausfall der gesamten Stromversorgung" beim Dreamliner, warnt die FAA in einer aktuellen Lufttüchtigkeitsanweisung.

Erste Boeing 787-9 Dreamliner für All Nippon Airways ANA

Boeing 787-9 von All Nippon Airways. Foto und Copyright: Boeing  

 

Dieser Fall könne eintreten, wenn eine 787 über 248 Tage ununterbrochen mit bordeigener oder externer Stromversorgung verbunden bleibe. Alle vier Generatoren der 787 würden dann "unabhängig von der Flugphase" in einen Sicherheitsmodus fahren, habe Boeing in einem Laborversuch nachgewiesen.

Theoretisch bestehe daher die Gefahr, "die Kontrolle über das Flugzeug zu verlieren". Bei einem Stromausfall greifen allerdings sofort Ersatzsysteme. Die 787 würde auf Notstrombetrieb umschalten, ihre Batterien anzapfen und eine Staudruckturbine (RAT) ausfahren, um Strom zu erzeugen.

Die FAA verpflichtet Betreiber in den Vereinigten Staaten nun zum regelmäßigen Herunterfahren der Stromversorgung. Andere Luftfahrtbehörden dürften sich der FAA anschließen und gleiche Maßnahmen für die derzeit 258 weltweit fliegenden Dreamliner vorschreiben. Bis Ende des Jahres will Boeing den Fehler mit einem Softwareupdate beheben.

Frühe Betreiber vermieden in den Kindertagen der 787 Unterbrechnungen in der Stromversorgung, da es beim Wiederhochfahren der elektrischen Systeme regelmäßig zu zeitraubenden Problemen und zahlreichen Fehlermeldungen kam.

Laut Boeing ist das Risiko eines Stromausfalls sehr begrenzt, da die Stromversorgung bei Wartungsarbeiten an den Flugzeugen ohnehin regelmäßig unterbrochen werde. Der Softwarefehler stehe in keinem Zusammenhang mit den Batterieproblemen, welche die FAA im Frühjahr 2013 zu einem mehrmonatigen Grounding der 787 veranlasst hatten.

aero.de/Dennis Dahlenburg/flugrevue.de/as


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