22.02.2013
aero.de

Boeing 787 - Japanische Ermittler finden auffällige Verkabelung

Die japanische Untersuchungsbehörde JTSB ist bei ihren Ermittlungen zum Batteriebrand in einer All Nippon Airways (ANA) Boeing 787 auf eine möglicherweise fehlerhafte Verkabelung gestoßen.

Boeing 787 Dreamliner Air to Air

Boeing 787 Dreamliner: Bisher fast 150 Batterien ausgetauscht! Foto und Copyright: Boeing  

 

Der Stromkreis der im Bug überhitzten Hauptbatterie sei mit der zweiten Batterie für die APU verdrahtet gewesen, schreibt das JTSB in einem neuen Bericht. Dies sei "zumindest ungewöhnlich", ergänzte Behördenchef Norihiro Goto in Tokio.

Einen direkten Zusammenhang zwischen der Verdrahtung und den Kurzschlüssen in der Hauptbatterie, die eine Überhitzungsreaktion in Gang setzten, wollte das JTSB allerdings nicht herstellen. Die Batterien sei mit Dioden gegen einen gefährlichen Rückstromfluss gesichert, sagte Goto.

Nach den Batteriebränden in zwei Dreamlinern von ANA und Japan Airlines wird die 787 seit inzwischen mehr als einem Monat von den Behörden am Boden gehalten.

Während in Japan nur zum Fall der notgelandeten JA804 ermittelt wird, versucht man in den Vereinigten Staaten, den Batteriebrand im JAL-Dreamliner JA829J aufzuklären. Das Flugzeug steht weiterhin am Flughafen von Boston. Nach kürzlich im Internet aufgetauchten Bildern hat Japan Airlines in der Zwischenzeit allerdings alle Unternehmensinsignien vom Flugzeug entfernt.

"Das Flugzeug wird für Reparaturarbeiten vorbereitet und ist teilweise versiegelt worden, so wie es der Boeing Reparaturplan vorschreibt", sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft auf Anfrage von aero.de in einer Email. "Die Triebwerke, Fenster, Sensoren und Logos wurden abgedeckt, um Wetterschäden zu vermeiden."


Boeing und FAA beraten
Am heutigen Freitag wird Boeing Commercial Airplanes-Chef Ray Conner nach Medieninformationen mit den Spitzen der amerikanischen Luftfahrtaufsicht FAA über mögliche Varianten zur Nachsicherung der Batteriesätze in der 787 beraten.

Schon länger im Gespräch sind eine feuersichere Verpackung der Akkus in einer neuen Batteriebox und eine bessere Abschirmung der einzelnen Zellen. Boeing hofft, die 787 so schon im April wieder in die Luft zu bekommen. Die FAA hat allerdings noch nicht signalisiert, ob sie das Flugzeug auch ohne Feststellung der tatächlichen Auslöser der Brände wieder für den kommerziellen Flugbetrieb freigeben wird.

Bilderstrecke - Batterie der Boeing 787

Bilderstrecke - Betreiber des Dreamliners

Boeing 787 Dreamliner - Chronologie der Ereignisse

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aero.de / Dennis Dahlenburg


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