06.02.2013
aero.de

Boeing 787 - Schulterzucken auf beiden Seiten des Pazifik

Der im Flug überhitzte Batteriesatz an Bord einer All Nippon Airways 787 zeigt ein ähnliches Schadensbild wie der Akku im Dreamliner von Japan Airlines.

An der Batterie seien Anzeichen für thermisches Durchgehen und Kurzschlüsse festgestellt worden, informierte die japanische Untersuchungsbehörde JTSB am Dienstag zum Stand ihrer Ermittlungen. Die Ursache für den Brand in der vorderen Avionik bleibt aber auch in Japan ein großes Fragezeichen.

Ein Durchbruch in den Ermittlungen zu den jüngsten 787-Problemen lässt damit auch in Woche drei nach dem Grounding auf sich warten. Trotz intensivster Ermittlungsarbeit konnten konnten zuletzt weder die amerikanischen noch die japanischen Behörden wirklich neue Erkenntnisse gewinnen.

Die Notlandung des ANA Dreamliners JA804A am 16. Januar in Takamatsu hatte die behördlich verhängte Aussetzung des 787-Flugbetriebs letztlich besiegelt. Nur Tage vorher hatte sich im Heck einer am Flughafen von Boston geparkten Japan Airlines 787 ein Batteriebrand entwickelt. Der Vorfall von Boston wird vom amerikanischen NTSB untersucht.

Im Gegensatz zum Flugzeug von Japan Airlines überhitzten im ANA-Dreamliner wohl alle acht Batteriezellen und lösten die thermische Kettenreaktion aus. Auch ein Kabel im Batterieinneren habe geschmort. Bei dem Zwischenfall wurden nach JTSB-Angaben zudem etwa fünf Kilogramm Batterieflüssigkeit freigesetzt.


Druck auf Boeing und FAA nimmt zu

Drei Wochen nach dem Grounding könnte zumindest eine 787 bald wieder starten. Boeing will mit einem Flugzeug seiner Testflotte Daten zu den Akkus sammeln und mögliche Nachsicherungen am Batteriesatz testen. Der Hersteller hat bei der US Luftfahrtbehörde FAA Testflüge angemeldet, die alsbald genehmigt werden dürften.

Auch die FAA gerät in der Angelegenheit zunehmend unter Druck, denn längst beschäftigt der Dreamliner auch die große Washingtoner Politik. Der FAA wird inzwischen vorgeworfen, bei den Batterien des Dreamliner nicht so genau hingesehen zu haben. Boeing sei eine "Selbst-Zulassung" der Batterien ermöglicht worden, bei der sich die Behörde im Wesentlichen auf Testreihen des Herstellers verlassen habe.

Boeing 787 Dreamliner - Bilderstrecke

Boeing 787 Dreamliner - Chronologie der Ereignisse

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
aero.de / Dennis Dahlenburg


Weitere interessante Inhalte
Additiv gefertigte Titan-Bauteile Boeing 787 erhält gedruckte Strukturkomponenten

11.04.2017 - Boeing will im Dreamliner künftig 3D-gedruckte Strukturbauteile aus Titan einsetzen. Hergestellt werden sie von norwegischen Unternehmen Norsk Titanium. … weiter

Untersuchungen im Auftrag der EASA Studien sehen keine Probleme bei Kabinenluft

24.03.2017 - Die Luft in Kabinen von Verkehrsflugzeugen ist unbedenklich. Zu diesem Ergebnis kommen zumindest zwei von der europäischen Agentur für Flugsicherheit in Auftrag gegebene Untersuchungen. … weiter

Produktion läuft nun rund 787: Boeing baut 500. Dreamliner

06.02.2017 - Boeing hat Anfang Dezember den 500. produzierten Dreamliner übergeben. Die Fertigung der zur Familie heranwachsenden 787 in Charleston und Everett läuft nach einer schwierigen Anlaufphase endlich … weiter

Meilenstein so schnell wie nie Boeing feiert 500. Dreamliner-Auslieferung

22.12.2016 - Boeing hat nun 500 Dreamliner an Kunden übergeben. Die 787-8 ging an Avianca. … weiter

Neues Rolls-Royce-Triebwerk für Boeing 787 Trent 1000 TEN fliegt erstmals an einem Dreamliner

08.12.2016 - Nach dem Erstflug an einer Boeing 747-200 im März bringt die neue Variante des Trent 1000 zum ersten Mal eine Boeing 787 in die Luft. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 05/2017

FLUG REVUE
05/2017
10.04.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Boeing 737 wird 50
Boeing 787-10 fliegt
Rafale in Jordanien
DC-3 in Kolumbien
Flughafen Paris Charles de Gaulle
Triebwerksforschung

aerokurier iPad-App