22.04.2013
aero.de

Boeing 787: Umrüstung der Kundenflugzeuge nach Lieferdatum

Jetzt will Boeing keine Zeit mehr verlieren. Am Freitag gab die US Luftfahrtbehörde FAA ihr OK die Nachsicherung der 787-Batterien. Am Montag begannen Boeing-Mechaniker in Japan mit dem Umbau der ersten Maschinen.

"Wir rüsten die Flugzeuge in der Reihenfolge ihrer Auslieferungen nach", sagte 787-Programm-Manager Larry Loftis am Montag in einer Telefonkonferenz. Einige 787 könnten aber noch einmal mit den alten Batterien fliegen.

Die 787 wurde nach zwei Zwischenfällen mit den Batterien seit Mitte Januar von den Behörden am Boden gehalten. Obwohl die eigentliche Ursache für die unkontrollierte Überhitzung der Lithium-Ionen-Akkus noch immer ein Rätsel darstellt, ist sich Boeing sicher, dass von den Batterien nun keine Gefahren mehr ausgehen werden.

"Wir haben eine sehr belastbare und gute Lösung gefunden", versicherte Loftis. Neben der Einführung passiver Schutzvorkehrungen - Boeing verpackt die Batterien jetzt in einer feuersicheren Edelstahlbox und installiert ein Abluftsystem - sei auch der Spannungsbereich der Akkus verringert worden. "Die Batterien werden jetzt etwas mehr geschont."

Eine strengere Qualitätskontrolle im Herstellungsprozess soll das Risiko für einen erneuten Zwischenfall mit den Batterien zusätzlich verringern.

Der komplette Nachrüstsatz erhöht das Leergewicht der 787 laut Boeing um etwa 70 Kilogramm und dürfte damit keine signifikanten Auswirkungen auf die Leistungswerte des Flugzeugs haben. Auch ihre ETOPS-180-Zulassung werde die 787 behalten, sagte Loftis. Boeing halte an dem Ziel fest, die 787 später auch für Flüge nach der ETOPS 330-Minuten-Regel zuzulassen.

Zehn Boeing-Teams schwärmen aus
Boeing hat 300 Mitarbeiter für die Nachrüstung der 50 bereits ausgelieferten Kundenflugzeuge abgestellt. Die Mechaniker und Ingenieure werden in zehn Teams um die Welt reisen. "Unsere neuen Batterien werden direkt vom Hersteller an die Fluggesellschaften geliefert", sagte Loftis.

Die Flugzeuge stehen seit 16. Januar an verschiedenen Flughäfen rund um die Welt verteilt. Den ersten europäischen 787-Betreiber, LOT Polish Airlines, erreichte die Nachricht vom Grounding auf seinem ersten Transatlantikflug mit dem neuen Flaggschiff. Die Maschine hängt seither in Chicago fest.

Nicht alle 787 werden aber an ihren aktuellen Standorten nachgerüstet. "Wir richten uns hier nach den Bedürfnissen unserer Kunden", sagte Loftis. Die Fluggesellschaften könnten bei den Luftfahrtbehörden Überführungsflüge mit dem alten Batteriesystem beantragen.

LOT wird von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. "Unsere zwei 787 sollen im Mai nachgerüstet werden", antwortete das Unternehmen am Montag in einer Email auf eine Anfrage von aero.de. "Die Arbeiten werden an beiden Flugzeugen von Boeing in Addis Ababa (Äthiopien) durchgeführt." Die Wiederaufnahme der 787-Flüge sei im Sommer vorgesehen.

Neue Auslieferungen ab Mai
Auch die im Januar gestoppten Auslieferungen im 787-Programm laufen bald wieder an. Boeing hatte die Produktion während der Zeit des Groundings an den Endmontagewerken Everett und Charleston in der Rate von fünf Flugzeugen im Monat fortgesetzt. LOT erwartet ihren nächsten Dreamliner - ihre dann dritte 787 - jetzt im Mai.

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aero.de / Dennis Dahlenburg / flugrevue.de / as


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