04.12.2014
FLUG REVUE

787 nutzt neuartige KraftstoffmischungBoeing: Erstflug mit "grünem" Diesel

Eine Boeing 787 ist im Rahmen des "Eco-Demonstrator"-Forschungsprogramms erstmals mit "grünem" Diesel als Treibstoff geflogen. Dabei wurde dem herkömmlichen Kerosin eine Beimischung von 15 Prozent Pflanzenöl, Öl aus tierischen Abfällen und gebrauchtem Küchenöl zugegeben.

Boeing_787-8_ZA004_ecoDemonstrator_green_Diesel

Boeings Dreamliner ZA004 wurde auf der linken Flügelseite erstmals mit "grünem" Diesel aus Pflanzenöl, altem Küchenöl und tierischem Abfallöl betankt und erfolgreich im Flug getestet. Foto und Copyright: Boeing  

 

Boeings Test-Dreamliner ZA004 habe den neuen Treibstoff "grünen" Diesel weltweit erstmals in der Luft genutzt, meldete Boeing. Das linke Triebwerk der 787-8 sei mit der neuen Mischung, die bei Bodenfahrzeugen bereits verwendet werde, betrieben worden.

"Grüner Diesel ist viel besser verfügbar und billiger für den Kunden", sagte Julie Felgar, Managing Director of Environmental Strategy and Integration bei Boeing Commercial Airplanes. "Wir sammeln jetzt Daten und wollen damit diesen Treibstoff zulassen, damit die Branche ihre Umweltziele schaffen kann."

"Grüner Diesel" unterscheidet sich von "Bio-Diesel" durch seine chemische Zusammensetzung. Er ähnelt chemisch dem seit 2011 luftfahrtzugelassenen Bio-Kraftstoff HEFA. Bei einer möglichen Produktionsmenge von drei Milliarden Litern in Europa, Asien und den USA könnte "grüner" Diesel kurzfristig ein Prozent des weltweiten Bedarfs abdecken. In den USA wird der Preis durch die Regierung auf drei Dollar pro Gallone subventioniert, so dass er gleichauf mit Kerosin liegt.

"Das Flugzeug ist mit der Grüner-Diesel-Mischung exakt so geflogen, wie mit normalem Kraftstoff", sagte Kapitän Mike Carriker, Chief Pilot New Airplane Product Development bei Boeing Test & Evaluation. "Genau das wollen wir bei einem Testflug mit einem neuen Kraftstoff nachweisen."

Geliefert wurde der "grüne" Dieseltreibstoff für den Test von Neste Oil aus Finnland. An dem Test waren auch die FAA, Rolls-Royce, Pratt & Whitney und die Luftfahrt-Tankfirma EPIC Aviation beteiligt. Über die gesamte Lebensdauer des Flugzeugs könnte man mit umweltfreundlich produziertem "grünem" Diesel, laut Neste Oil, 50 bis 90 Prozent der CO²-Emissionen fossilen Kerosins vermeiden.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Untersuchungen im Auftrag der EASA Studien sehen keine Probleme bei Kabinenluft

24.03.2017 - Die Luft in Kabinen von Verkehrsflugzeugen ist unbedenklich. Zu diesem Ergebnis kommen zumindest zwei von der europäischen Agentur für Flugsicherheit in Auftrag gegebene Untersuchungen. … weiter

Produktion läuft nun rund 787: Boeing baut 500. Dreamliner

06.02.2017 - Boeing hat Anfang Dezember den 500. produzierten Dreamliner übergeben. Die Fertigung der zur Familie heranwachsenden 787 in Charleston und Everett läuft nach einer schwierigen Anlaufphase endlich … weiter

Meilenstein so schnell wie nie Boeing feiert 500. Dreamliner-Auslieferung

22.12.2016 - Boeing hat nun 500 Dreamliner an Kunden übergeben. Die 787-8 ging an Avianca. … weiter

Neues Rolls-Royce-Triebwerk für Boeing 787 Trent 1000 TEN fliegt erstmals an einem Dreamliner

08.12.2016 - Nach dem Erstflug an einer Boeing 747-200 im März bringt die neue Variante des Trent 1000 zum ersten Mal eine Boeing 787 in die Luft. … weiter

Air France übernimmt ihre erste 787 Boeing liefert 500. gebauten Dreamliner aus

05.12.2016 - Am Freitag ist die erste Boeing 787 für Air France in Paris eingetroffen. Das via AerCap geleaste Flugzeug ist der 500. Dreamliner, den Boeing gebaut hat. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 04/2017

FLUG REVUE
04/2017
06.03.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


"Neue" MiG-35 vorgestellt
Probleme beim BER
Iran Air erhält Airbus
Wirbelschleppen - die gefährliche Schönheit
SpaceShipTwo wieder im Flugtest
Bombardie-Flaggschiff Global 7000

aerokurier iPad-App