03.08.2011
FLUG REVUE

Boeing liefert erste 737-700 für HochgebirgsflugbetriebBoeing liefert erste 737-700 für Hochgebirgs-Flugbetrieb

Die chinesische Fluggesellschaft Xiamen Airlines hat am 1. August die erste Boeing 737-700 mit einer neuen Sonderausrüstung übernommen, mit der das Flugzeug auch auf extrem hochgelegenen Gebirgsflughäfen im Himalaya verkehren kann.

Das am 1. August gelieferte Flugzeug, eine Boeing 737-700, sei die erste 737 mit den neuen "High-Altitude/High-Temperature Airport Operations Feature Package" (Sonderausstattung Hochgebirgs- und Hochtemperaturbetrieb), teilte Boeing mit. Xiamen Airlines benötige diese Ausstattung für Einsätze auf dem Hochgebirgsplateau von Tibet.

Die CFM56-7B26/B2-Triebwerke der neuen Version könnten nach Anwahl des Piloten über den Flight Management Computer kurzzeitig eine höhere Leistung abgeben, teilte Boeing auf Anfrage der FLUG REVUE mit. Ihr nominales Schubrating entspreche dem aus der aus der Boeing 737-700 und 737-800 bekannten etwas schwächeren CFM56-7B24. Auf Wunsch des Kapitäns werde diese Leistung auf das Niveau des stärkeren CFM56-7B26 (bekannt aus 737-700, 737-800 und 737-900ER) angehoben. Bei hohen Temperaturen sei sogar eine nochmalige, kurzzeitige Leistungssteigerung auf das Niveau des noch stärkeren CFM56-7B27 möglich, wenn hohe Startmassen bei Höheneinsätzen und hohen Temperaturen dies erforderten. Dies ist die sonst wahlweise für die größeren 737-800 und 737-900ER erhältliche schubstärkere Variante.

Außerdem verfüge die Höhenversion über eine erweiterte Sauerstoffanlage. Statt der sonst üblichen chemischen Sauerstoffgeneratoren, die nur für maximal 12 Minuten Sauerstoff erzeugen können, versorgen hier zehn zusätzlich installierte Sauerstoffflaschen alle Passagiere bei Bedarf über eine Stunde lang mit Atemsauerstoff. Dadurch kann das Flugzeug, selbst bei einem möglichen Schaden der Druckkabine, in sicherem Abstand weit über den sehr hohen Hochgebirgsregionen des Himalaya fliegen.

Schließlich seien auch die normalerweise sehr hohen Start- und Landegeschwindigkeiten unter Höhenbedingungen verringert worden, indem diese Version über eine Sonderzulassung für eine extrem hecklastige Schwerpunktlage verfüge. Dadurch verbessere sich die Start- und Landeleistung und ermögliche außerdem eine höhere Zuladung. Dank einer RNP-Navigationsausstattung könne die neue 737-Version auch in engen Hochgebirgstälern zuverlässig manövrieren und die dort besonders verwinkelten An- und Abflugwege genau einhalten.

Die vor 27 Jahren gegründete Xiamen Airlines betreibt eine reine Boeing-Flotte auf einem Netz aus 100 Routen. Sie hat bisher 83 Flugzeuge bei Boeing bestellt. Das jüngste Flugzeug war die 50. Auslieferung an das Unternehmen.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



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