29.04.2016
FLUG REVUE

US-Hersteller baut Standort Deutschland ausBoeing öffnet Forschungsbüro in München

Boeing hat in München das neue Forschungsbüro "Boeing Research & Technology – Europe" (BR&T-E) eröffnet. Hier stehen die additive Fertigung und der Flugzeugbau von Morgen aus neuen Werkstoffen im Mittelpunkt.

Boeing 787-3

Flugzeuge aus Verbundwerkstoff günstiger zu bauen, hier die nur projektierte Boeing 787-3 für Mittelstrecken, ist eine der Herausforderungen mit denen sich das neue Boeing-Forschungsbüro in München beschäftigt. Foto und Copyright: Boeing  

 

Die ersten Mitarbeiter des Münchner Forschungs- und Technologiebüros seien bereits eingestellt worden, meldete Boeing am Freitag. Das Team werde sukzessive erweitert, um künftig einen Personalbestand von etwa zehn Ingenieuren zu erreichen. Das Münchner Team steht unter der Leitung von Phil Crothers, Senior Manager, Materials and Manufacturing Technology.

Das neue Büro "Boeing Research & Technology – Europe" (BR&T-E), wird sich in erster Linie auf die Bereiche Material und Automatisierung fokussieren. Dazu zählt auch Forschung an Verbundwerkstoffen der nächsten Generation für die Luftfahrt, mit dem Ziel, die Herstellungsprozesse effizienter zu gestalten und die Kosten von Verbundstrukturen zu reduzieren. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Weiterentwicklung additiver Herstellungsverfahren von Metall- und Kunststoffstrukturen sein. Hierbei stehen Steigerung der Produktionsflexibilität und Produktionsfähigkeiten sowie Kostenreduzierung im Vordergrund.

„Die Eröffnung des Forschungsbüros in München trägt dem Talent und der Expertise in Deutschland in vielen wichtigen Luft- und Raumfahrttechnologien Rechnung“, sagte Dr. Matthew Ganz, President Boeing Germany & Northern Europe und Vice President European Technology Strategy. 

Boeing hat bereits ein umfangreiches und über viele Jahre etabliertes Zuliefernetzwerk sowie wichtige Forschungs- und Technologiepartnerschaften in Deutschland. Darauf aufbauend wird Boeing weitere Kooperationsmöglichkeiten für seine Münchner Forschungs- und Technologieaktivitäten prüfen. „Wir sind sehr enthusiastisch und freuen uns auf weitere Möglichkeiten, die Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen und Partnern im Rahmen unserer Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auszubauen.“, sagte Matthew Ganz.

Teil des europäischen Boeing-Forschungsnetzwerks in Madrid

Das Forschungsbüro in Deutschland ist Teil des Boeing European Research and Technology Centers (BR&T-E) in Madrid, Spanien. Das BR&T-E ist schon seit Jahren in das deutsche Innovations-Netzwerk eingebunden. Boeing hat über viele Jahre erfolgreiche Technologie-Partnerschaften in Europa aufgebaut. Dazu zählen Kooperationen mit Forschungszentren, Mitgliedschaften in Forschungskonsortien und die Zusammenarbeit mit Industrie, Zulieferern, Universitäten sowie öffentlichen und privaten Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. 

Das BR&T-E mit Hauptsitz nahe des Barajas International Airport Madrid und weiteren Niederlassungen in UK und Deutschland konzentriert sich auf Technologiefelder, die auch für die Europäische Union von vorrangiger Bedeutung sind: Effizienz der Betriebsabläufe in der Luft- und Raumfahrt, modellbasiertes Engineering, Brennstoffzellensysteme sowie Materialien und Produktion. Mit mehr als 50 Technologen ist das BR&T-E ein wichtiger Technologieintegrator in Europa, der mit europäischen Forschungs- und Entwicklungspartnern an 52 Universitäten, 10 Forschungszentren, 15 Regierungseinrichtungen und über 200 Branchenpartnern zusammenarbeitet. 

Boeing ist seit vielen Jahrzehnten ein wichtiger Partner der deutschen Luft- und Raumfahrt. In Deutschland beschäftigt Boeing rund 600 Mitarbeiter. Mit einem Netzwerk an Partnern und Zulieferern und einem wachsenden Portfolio an Forschungs- und Technologieprojekten mit deutschen Partnern trägt Boeing zu vielen weiteren hochqualifizierten Arbeitsplätzen in Deutschland bei. Im Rahmen des Corporate Citizenship Engagements des Unternehmens unterstützt Boeing innovative Bildungsprogramme in Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen, um die nächste Generation an Wissenschaft, Technik und Umweltthemen heranzuführen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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