31.10.2013
FLUG REVUE

Nächste Boeing 777-GenerationBoeing plant Detaildesign der 777X außerhalb Seattles

Boeing will das "Detailed Design", also die konstruktiven Feinarbeiten für die kommende 777-Generation 777X, nicht im Großraum Seattle, sondern an anderen Entwicklungsstandorten des Unternehmens durchführen. Diese Ankündigung erhielten alle Boeing-Ingenieure am Mittwoch.

Boeing_777X_Deutsche_Lufthansa.jpg

Boeing will das künftige Flaggschiff 777X, hier in der Ausführung für Lufthansa, weitgehend außerhalb des Großraums Seattle entwickeln. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

In einer von der "Seattle Times" veröffentlichten, gemeinsamen Rundmail an die Ingenieurabteilung von Boeing Commercial Airplanes, die der FLUG REVUE als Kopie vorliegt, kündigten Ingenieurvorstand Michael P. Delaney und Entwicklungsvorstand Scott Fancher an, dass der Flugzeughersteller für die Konstruktion der 777X Entwicklungszentren außerhalb Seattles und deren Mitarbeiter nutzen werde. Dies solle die Wettbewerbsfähigkeit von Boeing erhöhen und neues Wachstum ermöglichen.

Es sei bereits entschieden worden, einen Großteil des "Detailed Design" an den Boeing-Standorten Charleston, Huntsville, Long Beach, Philadelphia und St. Louis durchzuführen. Außerdem werde das Boeing Design Center in Moskau einbezogen. Es gebe bisher noch keine Zusagen für Designarbeiten oder den Bau der 777X in der Puget Sound Region, also im Großraum Seattle.

Ziel sei es, die Fähigkeiten der gesamten Firma zu nutzen. Ein Programm von der Größe der 777X erfordere konzernweit den Einsatz der fähigsten Mitarbeiter. Zu den Lehren der Programme 787 und 747-8 gehöre, dass die konstruktive Hauptarbeit nahtlos erfolgen müsse. Die geplante Entwicklungsstruktur werde die Ressourcen effizient nutzen und die Lösung eventueller Schwierigkeiten im ersten Anlauf ermöglichen.

Die Boeing 777 wird bisher ausschließlich in Everett bei Seattle gebaut. Dort befindet sich auch das größte Entwicklungszentrum der Boeing-Zivilflugsparte. Boeing hatte bereits angekündigt, mittelfristig im Großraum Los Angeles ein neues Entwicklungszentrum für Verkehrsflugzeuge aufzubauen, das vor allem junge Ingenieure einstellen soll.

Langfristig verlagert Boeing viele Aktivitäten aus dem Großraum Seattle heraus. So wurde bereits das Konzernhauptquartier nach Chicago verlagert und in Charleston eine zweite 787-Endmontagelinie neu aufgebaut. Als ein Einflußfaktor dabei gilt auch die sehr starke Rolle der Gewerkschaften an den traditionellen Standorten in Seattle, deren Mitglieder sich in der Vergangenheit, auch durch Streiks, relativ hohe Gehälter erstritten hatten. Außerdem muss der Konzern neue Aufgaben für die Mitarbeiter seiner Verteidigungssparte suchen, welche sich auf sinkende Umsätze im Militärbereich einstellt.

Als nächste große 777X-Programmentscheidung steht die Standortauswahl für eine neue 777X-Flügelfabrik an, die den neuen Kohlefaserflügel des Riesentwins bauen wird. Hier werden Everett gute Chancen eingeräumt. Allerdings scheint Boeing mit der zuständigen Regierung des Bundesstaates Washington noch um Ansiedlungshilfen zu pokern.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Airline-"Roadshow" kommt im März nach Frankfurt Emirates sucht Piloten in Deutschland

22.02.2017 - Für ihre Flotte von 250 Großraumjets und für weitere, schon bestellte 220 Flugzeuge sucht Emirates aus Dubai Piloten. Gesucht werden fertig ausgebildete Flugzeugführer mit Erfahrung. Auch aus der … weiter

El Al 33 Direktflüge wöchentlich von Deutschland nach Tel Aviv

22.02.2017 - Die nationale Fluggesellschaft Israels, El Al, und ihre Niedrigpreis-Tochter Up fliegen im Sommerflugplan mehrmals wöchentlich von Frankfurt, München und Berlin-Schönefeld direkt nach Tel Aviv. … weiter

Bestellungen Boeing 787-10: Die Kunden des Dreamliners

21.02.2017 - Boeing hat bislang 165 Bestellungen für die 787-10 erhalten. Die Auslieferung der längsten Version der Dreamliner-Familie ist für 2018 geplant. Hier sehen Sie die Kunden. … weiter

Übersicht Zivilflugzeug-Bestellungen im Jahr 2017

17.02.2017 - Welche Airline hat bei Airbus, Boeing, Bombardier, Embraer und Co. bestellt oder Optionen gezeichnet? Unsere Übersicht gibt Ihnen eine aktuelle Auflistung der Flugzeugbestellungen im Jahr 2017. … weiter

Order im Wert von fast 36 Milliarden US-Dollar CFM verbucht 2016 mehr als 2600 Bestellungen

15.02.2017 - Die Auftragsbücher des amerikanisch-französischen Konsortiums CFM International haben sich im vergangenen Jahr gefüllt, vor allem das neue LEAP-Triebwerk ist gefragt. Doch auch der Klassiker CFM56 … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
06.02.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Airbus gegen Boeing
- Letzter Flug der QF-4
- Flybe expandiert
- X-Planes der NASA
- Watt-Flughafen Barra
- Erfolgsmodell Suchoi Su-30
- Datenrelaissystem im All

aerokurier iPad-App