22.07.2016
FLUG REVUE

Jumbo-Produktionsrate steigt nicht wiederBoeing schreibt Programmkosten ab

Boeing hat bei mehreren Programmen Anlaufkosten abgeschrieben. Bei der 787 werden zwei unverkäufliche Testflugzeuge nun unter "Entwicklungskosten" verbucht und die Jumbo-Produktionsrate steigt entgegen der Ankündigung nicht wieder auf eine 747 im Monat.

Boeing 747-8F

Mit nur noch 0,5 Flugzeugen pro Monat verharrt die Jumbo-Produktion auf einem ungesunden Tiefstwert. Foto und Copyright: Boeing  

 

Der Boeing-Konzern kündigte die Änderungen in der Bilanz für seine Ende Juli zu veröffentlichenden Ergebnisse des zweiten Quartals an. Demnach werden zwei 2009 gebaute und 6700 Stunden für Flug- und Bodentests genutzte 787-Prototypen nun nicht mehr nachgerüstet, um sie als Kundenflugzeuge zu verkaufen. Damit wird ein Betrag in Höhe von 847 Millionen Dollar endgültig unter Entwicklungskosten abgeschrieben.

Für die 747-8F erwartet Boeing nun einen niedrigeren Gesamtabsatz. Damit werden 814 Millionen Dollar an Programmkosten abgeschrieben, die auf die ursprünglich erhoffte, größere Produktionsmenge hätten umgelegt werden sollen. Außerdem steigt die Produktionsrate 2019 nicht wieder, wie kürzlich angekündigt worden war, von jetzt 0,5 Flugzeugen pro Monat auf ein Flugzeug im Monat. Mit nur 0,5 Flugzeugen im Monat Produktionsrate dürfte das Programm als einstellungsgefährdet gelten.

Als gerade so rentabler Mindestwert für ein eingespieltes Programm mit eingespielter Mannschaft gilt der Bau von einem Flugzeug pro Monat, so eine Branchen-Faustregel.

"Wir beobachten den Frachtmarkt, steigern die Produktivität und senken aggressiv die Kosten, während wir versuchen die Produktion mit neuen Aufträgen zu unterstützen", sagte Boeing-Konzernchef Dennis Muilenburg. "Das sind die richtigen Schritte und vorausschauende Entscheidungen, damit unser Geschäft vorankommt. Mit unseren Investitionen in die Flugtest-Dreamliner haben wir Verbesserungen für die 787 und andere Programme erreicht." Außerdem schreibt Boeing fast 400 Millionen Dollar im KC-46-Tankerprogramm ab.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Neues Rolls-Royce-Triebwerk für Boeing 787 Trent 1000 TEN fliegt erstmals an einem Dreamliner

08.12.2016 - Nach dem Erstflug an einer Boeing 747-200 im März bringt die neue Variante des Trent 1000 zum ersten Mal eine Boeing 787 in die Luft. … weiter

Maßgeschneiderter Präsidenten-Jumbo Trump kritisiert Kosten der nächsten "Air Force One"

07.12.2016 - In einer Kurznachricht auf Twitter hat der künftige US-Präsident Donald Trump die Programmkosten für den Ersatz der US-Präsidenten-Jumbos kritisiert. … weiter

Air France übernimmt ihre erste 787 Boeing liefert 500. Dreamliner aus

05.12.2016 - Am Freitag ist die erste Boeing 787 für Air France in Paris eingetroffen. Das via AerCap geleaste Flugzeug ist der 500. Dreamliner, den Boeing ausgeliefert hat. … weiter

Neues Korean-Europaziel ab Seoul Korean Air nimmt Barcelona ins Programm

30.11.2016 - Ab April 2017 bedient Korean Air ihre neues Ziel Barcelona dreimal pro Woche nonstop. Auch für US-Verbindungen planen die Koreaner Wachstum. Flüge nach Kambodscha und Saudi-Arabien werden dagegen … weiter

Erste Auslieferung angeblich binnen weniger Tage Iran Air vor ersten Airbus-Übernahmen?

17.11.2016 - Iran Air soll, laut Brancheninformationen, vor den ersten Flugzeugübernahmen bei Airbus stehen. Für eine besonders kurzfristige Lieferung will die iranische Fluggesellschaft demnach fabrikneue, … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App