19.03.2013
aero.de

Boeing will einen LOT-Dreamliner für Flugtest einsetzen

Ein für LOT Polish Airlines gebautes Flugzeug soll die Boeing 787 zurück in die Luft bringen.

Boeing 787 LOT Polish Airlines

Boeing 787 - Jetzt auch bei LOT in Betrieb. Foto und Copyright: LOT Polish Airlines  

 

Seit dem Wochenende laufen am Boeing Werksflughafen Paine Field die Vorbereitungen für einen Flugtest mit der später bei LOT fliegenden 787 LN86.

Eine in Teilen neu konstruierte und feuerfest verpackte Batterie soll den seit zwei Monaten gegroundeten Dreamliner wieder flugsicher machen. Dann könnte die 787 auch wieder Passagiere fliegen.

Nach Informationen örtlicher Medien plant Boeing nach einem ersten Flugtest mit der LN86 nur noch einen weiteren Demonstrationsflug zur Abnahme der Batterie durch die US Luftfahrtaufsicht FAA. Zeitgleich wird Boeing mit der werkseigenen Testmaschine ZA005 die Batterien am Boden testen.

LOT Polish Airlines wurde vom Grounding der 787 besonders kalt erwischt. Die Airline feierte mit dem Flugzeug am 16. Januar gerade das Interkont-EIS auf der Strecke von Warschau nach Chicago. Am gleichen Tag musste eine 787 von All Nippon Airways wegen einer überhitzten Batterie in Japan notlanden und die FAA verhängte ein Flugverbot. LOT war gezwungen, ihre 787 in Chicago stehen zu lassen.

Boeing hatte in der vergangenen Woche angekündigt, alle Zulassungstests mit den nachgerüsteten 787 noch in diesem Monat durchführen. "Alle Tests werden innerhalb weniger Wochen abgeschlossen sein", sagte Boeing Chefingenieur Mike Sinnett. Anschließend werde die FAA die gesammelten Daten auswerten.

Sobald die Behörde grünes Licht für den Fix gibt wird Boeing Technikcrews zu den Kundenflugzeugen entsenden, um die Batterien umzubauen. Der Austausch der beiden Lithium-Ionen-Akkus im Bug und im Heck der 787 soll innerhalb von fünf Tagen je Flugzeug möglich sein, heißt es aus dem Boeing-Umfeld.


Nachkonstruktion von Batterie und Ladegerät
Boeing und der Batterie-Hersteller GS Yuasa haben den Spannungsbereich der Akkus verringert und die einzelnen Batteriezellen besser voneinander abgeschirmt. "Auch am Ladegerät haben wir Änderungen vorgenommen und den Bereich der Ladespannungen verkleinert", sagte Sinnett. Die Ladung der Batterien werde insgesamt "weicher" vonstatten gehen.

Zusätzlich installiert Boeing neue Sicherungssysteme, die eine Gefahr für das Flugzeug im Fall einer schmorenden Batterie abwenden sollen. Eine Edelstahlbox schirmt die Akkus künftig von den umgebenden Anlagen feuersicher ab. Im Überhitzungsfall austretende Flüssigkeiten und Dämpfe sollen über ein Entlüftungssystem nach Außen abgeleitet werden.

Bilderstrecke - Die Batterie der Boeing 787

Bilderstrecke - Boeing 787 Betreiber

Boeing 787 Dreamliner - Chronologie der Ereignisse

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