19.02.2014
FLUG REVUE

FLUG REVUE-Bericht über den ErstflugBombardier CRJ1000: Der kleine Riese

Der größte CRJ aller Zeiten startete am 3. September 2008 zu seinem Erstflug. Das neue Flaggschiff von Bombardier ist länger als ein Airbus A320.

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Der CRJ1000 startet in Mirabel zu seinem Erstflug. Foto und Copyright: Bombardier  

 

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Am 3. September 2008 hoben die Testpiloten Jacques Thibaudeau und Chuck Ellis sowie Flugversuchsingenieur Eugene Lardizabal mit dem Bombardier CRJ1000 von der Piste in Mirabel bei Montreal ab. Während des drei Stunden und 25 Minuten dauernden Fluges erreichte die Maschine eine Höhe von 9144 Metern und eine Höchstgeschwindigkeit von 481 km/h. Die mit bisher fast 1700 bestellten Flugzeugen überaus erfolgreiche CRJ-Familie geht damit in die nächste Runde. Mit dem CRJ1000 stößt Bombardier erstmals in die 100-Sitzer-Region vor. Die Basisausstattung beinhaltet 100 Sitze in einer Klasse, aber auch Zwei- und Drei-Klassen-Ausführungen sind möglich. Der Rumpfquerschnitt stammt nach wie vor vom Challenger-Geschäftsreisejet. In die fast 24 Meter lange Kabine würde allerdings beinahe ein kompletter Rumpf des 50-sitzigen CRJ200 passen.

Trotzdem sehen die Kanadier keine Einschränkung des Passagierkomforts. Die Inneneinrichtung entspricht dem NextGen-Standard mit LED-Beleuchtung, größeren Ablagefächern und Fenstereinbuchtungen in den Seitenverkleidungen. Als Option steht Bordfernsehen zur Verfügung. Eine verbesserte Klimaanlage soll für eine gleichmäßigere Temperaturverteilung in der Kabine sorgen.

Über das neue Muster besonders freuen dürften sich eigentlich die Fluggesellschaften. Bei den Betriebskosten des CRJ1000 gibt Bombardier gegenüber der Embraer 190 eine Ersparnis von 15 Prozent an. Insgesamt verbucht man in Montreal Festbestellungen für 39 Flugzeuge, darunter My Way mit 15 Exemplaren. Die italienische Low-Cost-Airline betreibt bereits vier CRJ900ER mit nach eigenen Aussagen sehr guten Erfahrungen. "Wir sind sicher, dass der Bombardier CRJ1000 uns erlauben wird, unsere Strategie der Punkt-zu-Punkt-Verbindungen in Osteuropa und dem Mittelmeerraum noch zu verbessern. Die zusätzlichen Sitze werden eine noch bessere Wirtschaftlichkeit bringen", sagte Professor Carlo Bernini, Vorsitzender von My Way Airlines, anlässlich des Programmstarts im Februar vergangenen Jahres. Auch Marc Lamidey, Präsident und Generaldirektor von Brit Air, erwartet viel von seinem neuen Flaggschiff, von dem er acht fest geordert und Optionen für weitere acht erteilt hat. "Die hervorragende Wirtschaftlichkeit der CRJ-Flugzeuge haben sie zu einem wertvollen Posten in unserer Flotte gemacht. Wir erwarten, dass der neue CRJ1000 mit seinen zusätzlichen Sitzen eine noch größere Effizienz erreichen wird." Ein Kunde, der nicht genannt werden will, entschied sich für 15 Jets und 15 konditionale Bestellungen. Ende 2007 kam noch Adria Airways mit einem Exemplar hinzu.


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