07.07.2014
Erschienen in: 11/ 2013 FLUG REVUE

Auf dem langen Weg zur ZulassungBombardier CSeries im Flugtest

Rund 3,4 Milliarden Dollar investiert der kanadische Flugzeugbauer in seine neue Flugzeugfamilie. Mittlerweile fliegen drei Prototypen der Bombardier CSeries. Dennoch hat das Programm mit Verspätungen zu kämpfen. Allein der Erstflug verzögerte sich mehrfach. Wir blicken auf das Ereignis zurück.

Bombardier CSeries Erstflug-1 (jpg)

Am 16. September startete die CSeries zu ihrem Erstflug. Foto: © Bombardier  

 

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Tag und teilweise Nacht haben die Angehörigen von Bombardier auf den Erstflug der CSeries hingearbeitet. Nach mehreren Verspätungen war es am 16. September 2013 so weit: Um 9.55 Uhr Ortszeit hob der erste Prototyp der CS100 von der Startbahn 06 in Mirabel bei Montreal unter dem Jubel von rund 3000 Firmenmitgliedern und geladenen Gästen zum Jungfernflug ab. Zur Feier des Tages gab Programmchef Robert Dewar anschließend seinem Team frei, um sich auszuruhen – aber nur einen Tag, denn die nächste Herausforderung wartet schon. „Wir haben ein großes Jahr mit Flugtests vor uns”, sagte Bombardier-Präsident Pierre Beaudoin unmittelbar nach dem Erstflug. Schließlich will Bombardier die Zulassung seines bislang größten Flugzeugs in nur zwölf Monaten schaffen. Einen genauen Termin nannte Dewar nicht. „Heute liegt unser Fokus auf dem Erstflug. Wir bewerten die ganzen Daten und betrachten das Flugtestprogramm. Das wird einige Monate dauern. Sobald wir den Umfang erfassen und sehen, was noch zu tun ist, können wir das Datum der Indienststellung nennen.“ Das Zulassungsprogramm ist auf 2400 Flugstunden angelegt.

Ursprünglich sollte der Erstflug schon Ende des vergangenen Jahres stattfinden. Probleme mit Zulieferern, ein größerer Bedarf an Systemtests und zuletzt schlechtes Wetter mit Regen und Wind hatten für Verspätungen gesorgt. Entsprechend groß war die Erleichterung, als das Flight Test Vehicle 1 (FTV) nach zweieinhalb Stunden um 12.25 Uhr Ortszeit wieder auf der Piste in Mirabel aufsetzte. Die CS100 mit der Seriennummer 50001 und der Kennung C-FBCS hatte in einem Testgebiet rund 50 Kilometer nördlich von Mirabel mehrere 50 bis 100 Kilometer lange Schleifen gedreht. Die Besatzung, Flugkapitän Charles Ellis, Erster Offizier Andris Litavniks und Flugtestingenieur Andreas Hartono, wollte aufgrund der besseren Telemetrieübertragung und Kommunikation mit den Ingenieuren nahe am Heimatflughafen bleiben. Die CSeries erreichte bei ihrem ersten Einsatz eine Flughöhe von 3810 Metern und eine Geschwindigkeit von 426 km/h.


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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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