13.04.2017
Erschienen in: 04/ 2017 FLUG REVUE

Neues FlaggschiffBombardier Global 7000

Mit der Global 7000 will Bombardier an der Spitze der Business Jets mitspielen und die Gulfstream G650 herausfordern. Die Entwicklung des im Oktober 2010 angekündigten Vorzeigemodells war jedoch weit schwieriger als zunächst gedacht.

Der erste Prototyp der Global 7000 startete am 4. November 2016 mit der nüchternen Bezeichnung „First Flight Test Vehicle“ zum Jungfernflug. Ed Grabman und Copilot Jeff Karnes saßen an diesem Tag am Steuer des Bombardier-Jets. Auch Testingenieur Jason Nickel befand sich an Bord und stand den Piloten bei technischen Fragen zur Seite. Der Flug dauerte zwei Stunden und 27 Minuten. Während dieser Zeit prüfte die Crew die allgemeine Funktionsfähigkeit der Systeme, die Bedienbarkeit und die Flugeigenschaften. Der Zweistrahler kletterte stufenweise auf über 6000 Meter und erreichte dabei eine Geschwindigkeit von 444 km/h.

Der Erstflug erfolgte mit zweijähriger Verzögerung des gesamten Global-7000-Programmes, was verschiedene Gründe hatte. Zum einen wirkte sich die Finanzkrise der letzten Jahre auch auf das Segment der Business Aviation aus. Zudem musste Bombardier zunächst sein parallel laufendes Regionalflugzeugprogramm der CSeries abschließen, bevor das Unternehmen die Kapazitäten für das 7000er-Projekt freimachen konnte. Doch der Hauptgrund für die Verzögerung war, dass sich die Kanadier 2015 dazu entschlossen, die Flügel des ursprünglichen Global-7000-Designs zu überarbeiten. Dadurch sollten vor allem die Reichweite und die Startfähigkeit von kurzen Pisten aus profitieren.

Bis Mitte Februar akkumulierte das Testprogramm etwa 100 Stunden. Dazu zählte auch die Reise vom Hauptwerk in Toronto zu Bombardiers Testzentrum in Wichita, Kansas, wo die Flugversuche fortgesetzt werden. Diese sollten in den nächsten Monaten große Fortschritte erzielen, da in Kürze weitere Testflugzeuge in Dienst gestellt werden sollen. Bombardier plant den Bau von fünf Prototypen. Der zweite ist inzwischen fertiggestellt und wurde bei Redaktionsschluss in Toronto auf den Erstflug vorbereitet. Der Fokus wird hier, wie schon beim „First Flight Test Vehicle“, auf der Durchführung von Triebwerkstests liegen. Bei Flugzeug Nummer drei sind die elektronischen Bordsysteme und die Avionik an der Reihe. Mit Fertigstellung der vierten und fünften Prototypen, die vollständig ausgerüstet sind und sogar ein serienreifes Interieur erhalten werden, erreicht das Flugtestprogramm schließlich seinen Höhepunkt.

Zu den ersten Kunden, deren Namen von Bombardier bekannt gegeben worden sind, zählt das amerikanische Unternehmen NetJets, das Inhaberanteile von Geschäftsreiseflugzeugen verkauft und Maschinen vermietet. Der Schweizer VIP-Charter Comlux bestellte zwei Flugzeuge, um damit sein Angebot auszubauen. Die Comlux-Flotte setzt sich derzeit aus mehreren Bombardier Challengern, Global 5000, Global Express XRS sowie Airbus-Jets zusammen. „Die Global 7000 füllt mit ihrer größeren Kabine die Lücke zwischen unseren kleinen Langstreckenflugzeugen und den großen VIP-Airbussen“, erklärt Comlux-CEO Richard Gaona.


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Alex Mitropoulos


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