13.04.2015
FLUG REVUE

Hersteller zögert mit Überarbeitung seines FlaggschiffsBrégier: A380-Einstellung steht nicht zur Debatte

Airbus-Chef Fabrice Brégier hat gegenüber der franzöischen Zeitung "Les Echos" die Fortsetzung des A380-Programms bekräftigt. Mit der Modernisierung des Vierstrahlers wolle man aber noch warten.

Airbus_A380_Kabinenquerschnitt_mit_Elferreihe

Dieser Kabinenquerschnitt eines Airbus A380 zeigt die künftig optional angebotene, verdichtete Bestuhlung mit elf Sitzen pro Reihe im Hauptdeck der "Budget Economy Class". Foto und Copyright: Airbus  

 

Die A380 sei aus heutiger Sicht zehn Jahre zu früh gekommen, sagte Brégier der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos". Der Markt habe sich langsamer entwickelt. Auf lange Sicht bestreite Airbus nicht die Notwendigkeit einer Überarbeitung der A380 mit neuen Triebwerken und besserer Aerodynamik. Diese Investition lohne sich aber unternehmerisch für Airbus noch nicht. Stattdessen werde man kurzfristig die Wirtschaftlichkeit der A380 durch eine Bestuhlung mit mehr Passagiersitzen verbessern, so der Chef der Airbus-Zivilflugsparte in dem am Montag veröffentlichten Interview.

Für die am Dienstag beginnnende Messe "Aircraft Interiors" in Hamburg hatte Airbus bereits die Vorstellung einer neuartigen "Budget Economy Class" mit Elferreihen in der A380 angekündigt. Der Flugzeughersteller will dadurch, statt bisher 525 Passagieren in Normalausführung, mit neuartiger Vierklassenbestuhlung wahlweise auch 544 Fluggäste an Bord unterbringen. Trotz schmalerer Gänge und weiter außen platzierter Fenstersitze soll eine Mindest-Sitzbreite von 18 Zoll (45,72 cm) gewahrt bleiben. Damit werde an Bord der A380 der Komfort gegenüber verdichteten Bestuhlungen bei der Konkurrenz übertroffen, so Airbus.

Zugelassen ist die A380 sogar für 853 Passagiere, deren sichere Evakuierung an einem eigens entsprechend eng bestuhlten Prototypen vor den Luftfahrtbehörden in Hamburg praktisch demonstriert worden war. Dabei müssen alle Passagiere und die Besatzung (hier 20 weitere Personen) binnen 90 Sekunden durch die Hälfte der Türen und Notausgänge das Flugzeug verlassen.

Airbus will in diesem Jahr erstmals in der A380-Produktion schwarze Zahlen erreichen. Allerdings benötigt der Hersteller in den nächsten Jahren neue Aufträge, deren Erteilung A380-Großkunde Emirates von einer vorherigen Modernisierung der Triebwerke abhängig macht. Im Gegenzug lockt Emirates bereits mit der Bestellung von bis zu 200 "A380neo".

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Airliner Airbus A380: Alle Auslieferungen und Bestellungen

07.12.2016 - Airbus hat 200 A380 ausgeliefert. Die jüngste Übernahme ging, wenig überraschend, an Emirates. … weiter

Restrukturierung der Airbus-Konzernspitze Enders schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht aus

05.12.2016 - Airbus-Konzernchef Tom Enders hat im Rahmen der Umstrukturierungen betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. … weiter

Emirates A380 startet zum kürzesten Linienflug

02.12.2016 - Emirates setzt nun täglich zwischen Dubai und der katarischen Hauptstadt Doha einen Airbus A380 ein. Die Flugstrecke beträgt nur 379 Kilometer. … weiter

Europäische Bestseller Top 10: Die meistgebauten Airbus-Flugzeuge

21.11.2016 - Am 28. Oktober 1972 startete der erste Prototyp des Airbus A300 zu seinem Jungfernflug. Seit dem produzierte der europäische Flugzeugbauer fast 10000 Flugzeuge. Aber welche sind die meistgebauten … weiter

Standard-Lösung für schnelles Internet Airbus will sein System 2017 auf den Markt bringen

17.11.2016 - Der europäische Flugzeughersteller evaluiert derzeit eine Plattform für schnelles Internet im Flugzeug, die künftig ab Werk und als Retrofit erhältlich sein soll. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App