20.11.2015
FLUG REVUE

Airbus-Chef spricht im "Wings Club" in New YorkBrégier will mit A380neo warten

Der Chef der Airbus-Verkehrsflugzeugsparte, Fabrice Brégier, hat bei einem Gespräch im renommierten New Yorker "Wings Club" am Donnerstag die Zukunft der A380 umrissen. Dabei plädierte er für ein späteres Erscheinen der überarbeiteten Version "Airbus A380neo".

Fabrice Brégier im New Yorker Wings Club

Der Chef der Airbus-Verkehrsflugzeugsparte, Fabrice Brégier (rechts), hat im New Yorker "Wings Club" einen Ausblick auf die Zukunft der A380 gegeben. Foto und Copyright: The Wings Club  

 

Ein Erscheinungszeitpunkt der überarbeiteten A380neo schon im Jahr 2022 oder 2023 könne möglicherweise "zu früh" sein, wurde Brégier nach seiner Rede zitiert. Auch wenn die A380-Nachfrage seitens Emirates für das Programm ein entscheidender Faktor sei, müsse der Hersteller sich zunächst der Nachfrage auch anderer Kunden sicher sein. "Die Passagiere lieben die A380, die Airline-Manager nicht", wurde Brégier aus New York zitiert.

Nach dieser abwartenden Beurteilung durch den leitenden Airbus-Manager dürfte die Erneuerung des Airbus-Flaggschiffs A380-800 weiter in die Zukunft rücken. A380-Großkunde Emirates hatte, wie von der FLUG REVUE gemeldet, dagegen schon im Frühjahr ein möglichst baldiges Erscheinen einer überarbeiteten A380 mit neuen Triebwerken angemahnt. Emirates-Chef Tim Clark lockt schon jetzt mit einem möglichen Großauftrag für 200 "Airbus A380neo". Laut Emirates könnte eine A380neo dank neuerer Triebwerke und verbesserter Aerodynamik zweistellige Verbrauchseinsparungen schaffen. Dafür reiche die heute verfügbare Triebwerksgeneration der A350 XWB beziehungsweise A330neo. 

Ein längeres Warten bis zum Erscheinen der A380neo würde es Airbus ermöglichen, noch verbrauchsärmere Triebwerke zu verwenden, die derzeit bei Rolls-Royce entwickelt werden, die aber frühestens Mitte der 2020er Jahre zur Verfügung stehen werden. Außerdem dürfte bis dahin die in Asien erwartete Marktentwicklung für zusätzliche Nachfrage nach sehr großen Flugzeugen sorgen, während auch die heutigen A380-Bestandskunden dann ihre Flugzeuge austauschen müssen.

Andererseits schmilzt der Auftragsberg vorhandener Bestellungen für die herkömmliche A380 schnell, so dass bei Airbus schon demnächst eine Entscheidung über eine Senkung der jährlichen A380-Produktionsrate ansteht. Airbus hatte bereits angekündigt, einen kleineren Teil nicht benötigter Hamburger A380-Produktionshallen für eine zusätzliche A320neo-Produktionslinie zu nutzen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Airliner Airbus A380: Alle Auslieferungen und Bestellungen

07.12.2016 - Airbus hat 200 A380 ausgeliefert. Die jüngste Übernahme ging, wenig überraschend, an Emirates. … weiter

Restrukturierung der Airbus-Konzernspitze Enders schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht aus

05.12.2016 - Airbus-Konzernchef Tom Enders hat im Rahmen der Umstrukturierungen betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. … weiter

Emirates A380 startet zum kürzesten Linienflug

02.12.2016 - Emirates setzt nun täglich zwischen Dubai und der katarischen Hauptstadt Doha einen Airbus A380 ein. Die Flugstrecke beträgt nur 379 Kilometer. … weiter

Europäische Bestseller Top 10: Die meistgebauten Airbus-Flugzeuge

21.11.2016 - Am 28. Oktober 1972 startete der erste Prototyp des Airbus A300 zu seinem Jungfernflug. Seit dem produzierte der europäische Flugzeugbauer fast 10000 Flugzeuge. Aber welche sind die meistgebauten … weiter

Standard-Lösung für schnelles Internet Airbus will sein System 2017 auf den Markt bringen

17.11.2016 - Der europäische Flugzeughersteller evaluiert derzeit eine Plattform für schnelles Internet im Flugzeug, die künftig ab Werk und als Retrofit erhältlich sein soll. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App