17.11.2014
FLUG REVUE

Lufthansa-Airbus A340 "Robert Koch"Bundesregierung lässt Ebola-Lazarettflugzeug bauen

Ein gebrauchter Airbus A340-300 der Deutschen Lufthansa wird auf Anforderung des Auswärtigen Amtes derzeit zum Lazarettflugzeug für den Transport von Ebola-Kranken umgebaut. Infektiöse Patienten können künftig in Isolierzelten an Bord untergebracht werden.

A340-300 Flugbereitschaft Nr. 2

Wie schon bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr (Foto) greift der Bund auch beim Ebola-Lazarettflugzeug auf gebrauchte Airbus A340-300 aus Beständen der Deutschen Lufthansa zurück. Foto und Copyright: Luftwaffe  

 

Am 16. November ist ein Airbus A340-300 der Deutschen Lufthansa bei Lufthansa Technik in Hamburg eingetroffen, wo der vierstrahlige Langstreckenjet im Auftrag der Bundesregierung zum Spezialtransporter für Ebola-Patienten umgerüstet werden soll. Der ausgewählte Airbus A340-300, D-AIGZ, die bisherige "Villingen-Schwenningen" und künftige "Robert Koch" der Deutschen Lufthansa, soll nach den bisher nicht offiziell bestätigten Berichten des "Spiegel" und der "Bild-Zeitung" im Auftrag des Auswärtigen Amtes in Hamburg zum Lazarettflugzeug für Ebola-Patienten umgebaut werden. Der Spitzname für den Umbau laute unter den Diplomaten "Apollo 13". Dafür würden bis Ende November mehrere Plastik-Isolierzelte an Bord installiert, in denen pro Flug drei Ebola-Erkrankte oder Verdachtspatienten, getrennt von der Begleitmannschaft und der Besatzung, transportiert werden können.

Das Flugzeug soll im Eigentum der Lufthansa bleiben und mit freiwilligen Besatzungen der Airline betrieben werden. Lufthansa Technik bietet modulare Lazarett-Einheiten bereits als Einrichtung ihrer VIP-Flugzeuge an und kann auf fertig zugelassene Lösungen zurückgreifen. Die jetzt ausgewählte A340-300, D-AIGZ ist die einzige A340 von Lufthansa, die bereits für den Einsatz eines Ambulanzmoduls vorbereitet ist. Das sogenannte "Patient Transportation Compartment" ermöglichte Lufthansa schon bisher den intensivmedizinischen Transport erkrankter Passagiere unter ärztlicher Aufsicht nach Deutschland. Entsprechende Anschlüsse und Kabel sind an Bord also bereits installiert.

Die A340-300 wurde bereits in Dublin in neutralen Farben umlackiert. Sie trägt auf dem Rumpf die weiß-grauen Lufthansafarben ohne Schriftzug und auf dem jetzt weißen Heck die Deutsche Fahne. Seitlich am Bug trägt das Flugzeug bereits seinen neuen Namen "Robert Koch" und den Schriftzug "Engineered by Lufthansa Technik". Auf Höhe der Tür 2 prangt ein kleines Logo des Bundes mit dem Schriftzug "The Federal Government".

Damit ähnelt das weiterhin zivile Flugzeug äußerlich den militärischen Regierungsflugzeugen der Bundeswehr. Die deutschen Streitkräfte verfügen mit dem Airbus A310-300 in der Rüstvariante "Medevac" bereits über eigene Lazarettflugzeuge. Auch die normalerweise zum VIP-Transport genutzten Bombardier Global 5000 der Luftwaffe könnten zum Krankentransporter umgerüstet werden.

Anders als die A310-300 der Luftwaffe, die mit einem seitlichen Frachttor im Hauptdeck ausgestattet sind, besitzt die "Ebola"-A340-300 nur nomal breite Passagier-Kabinentüren, durch die das Boarding oder Deboarding liegender Patienten auf Tragen mitsamt der Isolierzelte erfolgen müsste.

Die bisher weltweit einzigen Spezialflugzeuge zum Transport der klobigen Ebola-Isolierzelte betreibt das amerikanische Unternehmen "Phoenix Air". Dort sind zwei gebrauchte Gulfstream III (N163PA und N173PA) aus früheren Beständen der dänischen Luftwaffe im Einsatz, die dank nachgerüsteter großer Frachttüren jeweils einen einzelnen liegenden Patienten in einem Isolierzelt befördern können. Der Patient muss das Zelt beim Ein- und Ausladen nicht verlassen.



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