13.06.2016
FLUG REVUE

Rettungshubschrauber nach deutschem VorbildChina und Deutschland bauen Luftfahrt-Zusammenarbeit aus

Nach deutschem Vorbild will China ein eigenes Rettungssystem mit Hubschraubern aufbauen und testen. Auch mit Airbus soll die Zusammenarbeit langfristig fortgesetzt werden.

Airbus Helicopters H135

Airbus will nach einer Großbestellung aus China für 100 Airbus Helicopters H135 ein eigenes Ednmontagewerk für das Erfolgsmodell in China errichten. Foto und Copyright: Airbus Helicopters  

 

Am Montag trafen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang in Peking zu den  "4. Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen" und vereinbarten unter anderem, sich um noch mehr Flexibilität beim Betrieb der Luftverkehrs-Unternehmen beider Länder zu "bemühen" und zu prüfen, ob durch Konsultationen die bestehenden Luftverkehrsrechte zwischen beiden Ländern ausgeweitet werden können, meldete die Bundesregierung. Beide Seiten erklärten außerdem, sie unterstützten die Kooperationspartnerschaft zwischen Airbus, Tianjin, und der Aviation Industry Cooperation of China (AVIC) bei der langfristigen Fortführung der Endmontagelinie für den Airbus A320 in Tianjin und die dort bereits erreichten Fortschritte beim Aufbau eines dortigen A330-Ausstattungs- und -Auslieferungszentrums.

Airbus will mit den neu aufgebauten, chinesischen Produktionsstandorten die Nachfrage aus China ankurbeln.

Neues Rettungssystem nach deutschem Vorbild

Am Montag unterzeichnet China außerdem, nach vierjährigen Verhandlungen, den Vertrag für ein neues Modellprojekt unter Führung der gemeinnützigen Björn-Steiger-Stiftung. Dabei soll in der chinesischen Stadt Jieyang in der Provinz Guangdong ein Rettungssystem nach deutschem Vorbild aufgebaut werden. Über 50 deutsche Unternehmen, darunter Airbus Helicopters, Bosch, Daimler, Ford, Dräger, Deutsche Telekom und Adidas sowie zahlreiche Mittelständler werden sich daran beteiligen, die Infrastruktur aufbauen und das Personal ausbilden und ausrüsten. China übernimmt dafür sogar die deutsche Notruf-Telefonnummer 112.

Wenn die als Modellversuch errichtete erste Leitstelle mit einem Rettungshubschrauber sich bewährt, könnte China Folgeaufträge für rund 2300 Rettungswachen und 80 Rettungshubschrauber erteilen. Landesweit könnte der mittelfristige Investitionsrahmen dreistellige Milliardenbeträge erreichen.

Unterdessen unterzeichnete China am Montag offiziell einen bereits angekündigten Großauftrag für 100 Airbus Helicopters H135, die innerhalb der nächsten zehn Jahre geliefert werden sollen. Der feste Großauftrag ist zugleich der Startschuss für eine neue Airbus-Helicopters-Endmontagelinie in Qingdao in der Provinz Shandong. Die bestellten Hubschrauber sollen laut Airbus im zivilen Behördenbereich und bei der Offshore-Windpark-Versorgung eingesetzt werden. Zudem schaffe die Liberalisierung des unteren Luftraums in China, der bislang strikt durch das Militär beansprucht wurde, neue zivile Nachfrage nach der H135.



Weitere interessante Inhalte
US-Niedriegpreisairline Jet Blue Kostenloses und schnelles Internet in jedem Flugzeug

13.01.2017 - Die amerikanische Fluggesellschaft JetBlue hat ihre komplette Flotte mit Internettechnologie ausgestattet. Für die Passagiere ist der Zugang kostenlos. … weiter

Internet auf der Kurz- und Mittelstrecke Lufthansa und Austrian gehen online

11.01.2017 - Fluggäste können bei Lufthansa und Austrian Airlines nun auch auf Europa-Strecken im Internet surfen - zunächst sogar umsonst. … weiter

Airbus-Spezialtransporter So unterscheidet sich die Beluga XL von ihrer Vorgängerin

03.01.2017 - Die neue Beluga XL soll größere Komponenten als die bisherige Beluga ST transportieren können. Airbus gibt einen Einblick in die Besonderheiten der Konstruktion des neuen Spezialtransporters. … weiter

Modernisierter Langstreckenflieger Airbus zeigt die erste A330neo

02.01.2017 - Noch ohne Triebwerke, aber lackiert: Airbus hat vor Weihnachten Fotos der ersten A330neo veröffentlicht. Allerdings verzögert sich wohl die erste Auslieferung an TAP Portugal um mehrere Monate. … weiter

Wirbelschleppenausweichsystem des DLR Gefährliche Wirbelschleppen umfliegen

20.12.2016 - Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in mehreren Flugversuchen ein Wirbelschleppenwarnsystem getestet. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
09.01.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Ryanair greift Lufthansa an
- Bombardier liefert CS300
- Gulfstream G500
- Sea Lion fliegt
- Interview Astronaut Gerst
- Nachtschicht bei LH Technik

aerokurier iPad-App