16.01.2014
FLUG REVUE

Systemsimulator für neue FlugzeugfamilieCOMAC nimmt "Iron Bird" für C919 in Betrieb

Die chinesische Flugzeugbauholding COMAC hat Ende Dezember offiziell einen "Iron Bird"-Systemsimulator für die neue Zweistrahlerfamilie C919 in Dienst gestellt.

COMAC_C919_Iron_Bird_Systemsimulator_Schanghai

Dieser "Iron Bird"-Systemsimulator für die künftige chinesische Flugzeugfamilie C919 ermöglicht Funktionstests des elektrischen und hydraulischen Systems schon vor dem Erstflug. Foto und Copyright: COMAC  

 

Der "Iron Bird"-Teststand sei am 30. Dezember im COMAC Shanghai Aircraft Design And Research Institute in Dienst gestellt worden, teilte COMAC mit. Damit beginne die C919-Systemerprobung. Der erste Test sei von C919-Chefkonstrukteur und COMAC-Vizechef Wu Guanghui persönlich geleitet worden.

"Iron Bird"-Simulatoren stellen die Originalsysteme eines Flugzeugs mit beweglichen Klappen und Steuerorganen sowie mit Elektrik und Hydraulik nach. Dabei wird meistens eine Anordnung in den Maßen des späteren Flugzeugs genutzt. Das von COMAC veröffentlichte Foto des "Iron Bird" zeigt einen mit Leitwerk und Flügeln versehenen Rumpf, an dessen Bug ein Cockpitsimulator mit Rundum-Sichtdarstellungssystem installiert zu sein scheint.

Airbus nutzt ähnliche "Iron Birds" in Toulouse für alle Programme, um das Systemlayout und die technischen Funktionen neuer Flugzeuge noch vor dem Erstflug erproben zu können. Dagegen bevorzugt Boeing nach Funktionsbereichen getrennte Systemsimulatoren an separaten Orten in den jeweiligen Fachabteilungen.

Laut COMAC sind bereits über 90 Prozent der Konstruktionspläne für die Schnittstellen beweglicher Systeme der C919 bestätigt worden. Der "Critical Design Review" einzelner Bereiche sei ebenfalls schon erfolgt. Die chinesischen Behörden hätten bereits 70 Prozent der Zulassungspläne bestätigt, so die Pressemitteilung. Der Baubeginn der ersten drei Flugzeuge für die Flugerprobung sei erfolgt.

Die auf eine Lebensdauer von 30 Jahren und auf 90000 Flugstunden ausgelegte C919 ist eine zweistrahlige Flugzeugfamilie, die in der Grundausführung 168 Passagiere über Strecken von 4075 Kilometern befördern soll. Der Erstflug wird für 2014 oder 2015 erwartet.

Am 31. Dezember übergab das AVIC-Flugzeugwerk in Chengdu außerdem die erste Cockpitsektion für die C919. Die Sektion besteht, laut COMAC, aus 54 Modulen und 408 Einzelteilen. Sie dient für Tests der Cockpitscheiben und zur Validierung der Konstruktion und der Produktionsverfahren.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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