04.04.2015
Erschienen in: 05/ 2014 FLUG REVUE

RückblickFamiliengeschichte - Die gestreckten Versionen der Boeing 787

Während das Zulassungsprogramm der gestreckten 787-9 vor dem Abschluss stand, legten die Boeing-Ingenieure die Konstruktionsdaten der danach folgenden 787-10 fest. Lesen Sie hier im Rückblick einen Artikel aus der FLUG REVUE 05/2014.

boeing-787-10

Die ab 2018 gelieferte Boeing 787-10 wird das neue Flagschiff der Dreamliner-Familie. Derzeit wird ihr Design festgeschrieben. Grafik und Copyright: Boeing  

 

IN DIESEM ARTIKEL

Wir haben jetzt rund 400 Flüge und fast 1000 Flugteststunden mit der 787-9 absolviert, sagt Boeing-787-Entwicklungsvorstand Mark Jenks beim Gespräch mit der FLUG REVUE. „Die fliegen sehr regelmäßig. Wir hatten gerade eben unsere Morgenbesprechung der Flugtests, und auch heute sind wieder alle Testflugzeuge in der Luft.“

Boeing setzt drei 787-9 für die Flugerprobung und Zulassung der neuesten Dreamliner-Version ein. Je ein Flugzeug, innen jeweils nur mit Testkabine, ist mit Triebwerken von Rolls-Royce (internes Kürzel ZB001) und GE Aviation (internes Kürzel ZB021) ausgestattet. Das dritte Flugzeug (internes Kürzel ZB002), ebenfalls mit Rolls-Royce-Antrieb, verfügt dagegen schon über eine Teil-Kabineneinrichtung, die man für die Tests und Zulassung der Kabine braucht. Und genau dieses dritte Flugzeug soll am Tag des Gesprächs im Testmittelpunkt stehen, wie Mark Jenks verrät:

„Heute sind unter anderem Rauchtests in der Kabine an der Reihe. Dabei verwenden wir so etwas Ähnliches wie den Bühnennebel im Theater. Für die FAA-‚Smoke Test Certification‘ müssen wir nachweisen, dass unsere Rauchmelder jeglichen Rauch an Bord bemerken und melden, und dass die Klimaanlage möglichen Rauch im Frachtraum nicht etwa in die Passagierkabine gelangen lässt.“

boeing-787-10 leitwerk

Leitwerk der Boeing 787-10. Foto und Copyright: Boeing  

 

Schon im Dezember 2013 hatte Boeing mit der 787-9 die FAA-Testzulassung „Type Inspection Authorization“ erreicht. Seitdem hat, nach der Anfangsflugerprobung durch Boeing, mit der der gesamte Flugbereich erschlossen wurde, die Zulassungsflugerprobung nach FAA-Vorgaben begonnen. Jetzt dürfen auch FAA-Ingenieure an Bord und FAA-Testpiloten ans Steuer. „Jeder Tag bringt andere Tests. Wir wiederholen aber jetzt auch viele Boeing-Tests aus der Anfangsflugerprobung vor FAA-Vertretern, zum Beispiel die sogenannten ‚Stability and Control Tests‘ und Zuverlässigkeitstests für die ETOPS-Langstreckenzulassung. Die 787-9 funktioniert weitgehend wie geplant“, sagt Mark Jenks erleichtert. Es habe keine Überraschungen im Testprogramm gegeben.

„Wir haben sogar schon erste Serienflugzeuge in der Produktion. Die laufen auch schon ganz normal auf der gleichen Linie und im gleichen Takt wie die bisherigen Boeing 787-8. Die Endmontagemannschaft muss ja auch nicht viel anders machen. Die meiste Arbeit mit der neuen Version haben da schon eher die Zulieferer”, so der 787-Entwicklungsvorstand. „Wir haben viel aus den Schwierigkeiten mit der 787-8 gelernt“, räumt Jenks ein.


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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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