12.05.2009
FLUG REVUE

EADS Quartalszahlen Q1 2009EADS Zahlen für das erste Quartal 2009: 8,5 Milliarden Umsatz

EADS hat seine Quartalszahlen für die Monate Januar bis April 2009 vorgelegt. Nach Angaben des Unternehmens betrug der Umsatz 8,5 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand ist weiterhin hoch - besonders im zivilen Bereich ging das Bestellvolumen aber angesichts der Wirtschaftslage zurück.

Aufgrund eines – verglichen mit dem Vorjahresszeitraum – unterproportionalen Auslieferungsniveaus und anderen weniger vorteilhaften Phaseneffekten betrug der Umsatz 8,5 Milliarden Euro. Das EBIT vor Einmaleffekten belief sich nach Angaben von EADS auf 0,4 Milliarden Euro. Das EBIT litt im ersten Quartal vor allem unter Wechselkurseffekten und Aufwendungen im A400M-Programm.

Die weiterhin solide Nettoliquidität von € 8,7 Mrd. bildet nach Einschätzung von EADS eine stabile Basis für die nächsten Jahre. "Wenngleich bis zum Jahresende und auch darüber hinaus nur ein eingeschränktes Lagebild vorliegt, so ist EADS angesichts der Krise doch gut aufgestellt" erklärte der Konzern.

Louis Gallois, der CEO von EADS, sagte: „Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen ist und bleibt EADS in guter Verfassung. Wir beobachten die Entwickung von Auftragsbestand und Auslieferungen sehr genau und optimieren gleichzeitig unsere Effizienz. Im Hinblick auf das A400M-Programm, auf welchem unser Hauptaugenmerk liegt, müssen wir eine gemeinsame Lösung für den technischen und wirtschaftlichen Vertragsrahmen finden, um die Risiken zwischen uns und unseren Kunden ausgewogen zu verteilen."

EADS hat seine Geschäftsbereichsstruktur angepasst. Der Geschäftsbereich Militärische Transportflugzeuge wird derzeit vollständig in Airbus integriert und ist nun – unter dem Namen Airbus Military – der militärische Bereich von Airbus. Dies wird nach Angaben des Unternehmens das Programm-Management stärken und den Einsatz von Ressourcen optimieren. Die neue Struktur gilt ab dem Jahr 2009.

Der Umsatz des Konzerns bezifferte sich auf 8,5 Milliarden Euro (Q1 2008: € 9,9 Milliarden), bedingt durch ein unterproportionales Auslieferungsniveau bei Airbus (116 Flugzeuge gegenüber 123 im ersten Quartal 2008), anderen weniger vorteilhaften Phaseneffekten, negative Wechselkurseffekte sowie eine geringere Umsatzrealisierung im A400M-Programm. Eine Steigerung ihres Umsatzes konnten dagegen Astrium (plus 20 Prozent) und Eurocopter (plus 4 Prozent) erzielen.

Das EBIT von EADS betrug im ersten Quartal 232 Millionen Euro (Q1 2008: € 769 Mio.). Verantwortlich für diesen Rückgang waren laut EADS in erster Linie negative Wechselkurseffekte sowie Aufwendungen im A400M-Programm.

Vor Berücksichtigung dieser Einmaleffekte reduzierte sich das EBIT von EADS auf 0,4 Milliarden Euro (Q1 2008: € 0,7 Mrd.) – vor allem aufgrund von Belastungen durch den Preisrückgang bei Airbus-Auslieferungen, niedrigere Volumina und einen unvorteilhaften Produkt-Mix.

EADS erzielte ein Konzernergebnis von 170 Millionen Euro. (Q1 2008: € 285 Mio.). Dies entspricht einem Gewinn je Aktie in Höhe von 0,21 Euro(Q1 2008: € 0,35 Gewinn je Aktie). Aufgrund laufender Entwicklungsprogramme bei Airbus und Eurocopter stiegen die Aufwendungen für eigenfinanzierte Forschung und Entwicklung leicht auf 562 Millionen Euro (Q1 2008: € 534 Mio.).

Der Auftragseingang erreichte einen Wert von 9,3 Milliarden Euro (Q1 2008: € 39,3 Mrd.), und spiegelt damit deutlich die rückläufigen zivilen Flugzeug- und Hubschrauberbestellungen bei Airbus und Eurocopter wider. Allerdings stützten die Bestellung von 35 Ariane 5 im Wert von über 4 Milliarden und der im ersten Quartal 2009 verbuchte Auftrag Frankreichs über 22 NH90-Hubschrauber den Auftragseingang. Ende März 2009 erreichte der Auftragsbestand von EADS mit 412,6 Milliarden Euro (Jahresende 2008: € 400,2 Mrd.) einen neuen Rekordwert, getrieben von einem US-Dollareffekt in Höhe von € 13 Mrd. Die Bestände des Verkehrsflugzeug-Geschäfts basieren auf Listenpreisen.

Im Verteidigungsgeschäft sorgten solide Auftragseingänge für einen stabilen Bestand im Wert von 54,9 Milliarden Euro(Jahresende 2008: € 54,9 Mrd.). Ende März 2009 beschäftigte EADS 117.198 Mitarbeiter (Jahresende 2008: 118.349).

Im A400M-Programm macht die erste Maschine Fortschritte auf dem Weg zum Erstflug. Sie durchläuft gegenwärtig Systemtests; das zweite Flugzeug ist fertiggestellt und wird demnächst ebenfalls mit den Systemtests beginnen. Die Triebwerk-Tests auf dem fliegenden Prüfstand erbringen zufriedenstellende Ergebnisse; bislang fanden acht Testflüge mit insgesamt mehr als 21 Flugstunden statt. Die statischen Tests des Fahrwerks sind abgeschlossen und die Ermüdungstests des Flugzeugs in vollem Gang.

Die zu Jahresbeginn beschriebenen Tendenzen haben sich im ersten Quartal 2009 bestätigt. Wenngleich die konzernweite Bottom-up-Analyse des Auftragsbestandes für die nächsten Jahre nach wie vor Überbuchungen aufweist, so stellt die Verschlechterung der makroökonomischen und der Verkehrsindikatoren eine Herausforderung für Auftragsbestand und Überbuchungen dar. Deshalb beobachtet EADS den Markt, die Kundenbasis und die Zulieferer sehr sorgfältig und wendet weiterhin das Konzept einer „rollierenden Planung“ an. Neben dem zivilen Auftragsbestand bietet die solide Auftragslage im Verteidigungsgeschäft und im Geschäft mit institutionellen Kunden dem Konzern ein gewisses Maß an Sicherheit und Stabilität.

EADS erwartet im Jahr 2009 bei Airbus bis zu 300 neue Brutto-Bestellungen, was angesichts der gegenwärtigen Marktbedingungen herausfordernd sein wird. Ausgehend von einer stabilen Auslieferungserwartung und einem Dollarkurs von € 1 = US$ 1,39 sollte sich der EADS-Umsatz weitgehend auf dem Niveau von 2008 bewegen.

Der konsolidierte Umsatz von Airbus verringerte sich auf 5,883 Milliarden Euro (Q1 2008 angepasst: € 7,430 Mrd.) – im Zuge eines unterproportionalen Auslieferungsniveaus von 116 ausgelieferten Verkehrsflugzeugen gegenüber 123 im Vorjahreszeitraum und aufgrund anderer weniger vorteilhafter Phaseneffekte. Zudem litt der Umsatz unter negativen Wechselkurseffekten, einem Preisrückgang und der geringeren Umsatzrealisierung im A400M-Programm.

Airbus bekam nach Angaben von EADS den Gegenwind der Wirtschaftskrise deutlich zu spüren und erhielt in den ersten drei Monaten 22 Brutto-Bestellungen (8 Netto-Bestellungen) für Verkehrsflugzeuge, darunter zwei neue A380 für Korean Air (Q1 2008: 420 Brutto-Aufträge, 395 Netto-Aufträge).



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