16.10.2013
FLUG REVUE

Brandschäden nach Feuer im NotsenderEthiopian-787: Reparatur-Vorbereitungen beginnen

Auf dem Vorfeld des Flughafens London-Heathrow haben Vorbereitungen begonnen, um einen im Juli parkend in Brand geratenen Boeing-Dreamliner von Ethiopian Airlines zu reparieren.

Boeing 787-8 Ethiopian Airlines

Der Dreamliner ET-AOP von Ethiopian Airlines, hier ein Archivbild, soll nach einem Brandschaden in London im Juli repariert werden. Foto und Copyright: Boeing  

 

Die Boeing 787-8 mit der Registrierung ET-AOP war am 12. Juli in Brand geraten, als das Flugzeug leer auf dem Vorfeld in London parkte. Bei dem Feuer im Dachbereich zwischen den hinteren Türen hatte sich die Batterie eines Notsenders (ELT) entzündet, dessen Kabel bei der fehlerhaften Gerätemontage beim ELT-Hersteller eingeklemmt worden waren.

Der anschließende Brand konnte zwar schnell gelöscht werden, unklar blieb jedoch, wie schwer die Schäden, die auch zu einer schwärzlichen Verfärbung der Rumpf-Außenhaut nahe des Brandherdes geführt hatten, waren. Ende Juli hatte sich Boeing-Konzernchef Jim McNerney dennoch zuversichtlich gezeigt, dass der Schaden repariert werden könne. Die Reparaturkosten seien durch Versicherungen von Boeing und Ethiopian Airlines gedeckt. Der betroffene Heckbereich vor dem Leitwerk gilt als strukturell besonders anspruchsvoll.

Seitdem steht das Flugzeug auf dem Vorfeld in Heathrow. Mitte Oktober begannen Arbeiten, die auf eine bevorstehende Reparatur hindeuten: Seitlich des hinteren Rumpfes und seitlich der linken Bugseite wurden Arbeitsbühnen entlang des Rumpfes errichtet. Außerdem wurden drei große Zelte, im Format großer Festzelte, nahe des Flugzeugs auf dem Vorfeld aufgebaut. In unmittelbarer Nähe stehen zahlreiche Container und Lieferwagen.

Der baldige Beginn von Reparaturarbeiten ist offiziell noch nicht bestätigt worden. Es gilt als möglich, dass Boeing die komplette Hecksektion der betroffenen 787 austauscht. Anderenfalls könnte ein "Flicken" auf der aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff bestehenden Sektion nötig werden, was zu den bisher größten Reparaturen dieser Art gehören dürfte.

Grundsätzlich ziehen die meisten Flugzeughersteller und Airlines in ähnlichen Fällen eine, auch sehr kostspielige, Reparatur gegenüber einer Abschreibung als "wirtschaftlicher Totalschaden" vor, um einen sogenannten "Hull Loss" oder Totalverlust eines kompletten Flugzeugs in der Statistik zu vermeiden.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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