17.05.2011
FLUG REVUE

Eurocopter X³ erreicht 430 km/h im Horizontalflug

Mit einem verbesserten Getriebe hat der Hybridhubschrauber Eurocopter X³ im stabilem Horizontalflug eine Geschwindigkeit von 232 Knoten (430 km/h) erreicht.

X3-Flug 2010

Die Eurocopter X3 fliegt seit dem 6. September 2010 in Istres. Foto und Coypright: Eurocopter/P.Penna  

 

Der Hybridtechnologiedemonstrator X3 von Eurocopter habe die Erwartungen mehr als erfüllt und die ursprüngliche Zielgeschwindigkeit von 220 Knoten übertroffen, teilte Eurocpoter am Montag mit.

Der Eurocopter X³ habe am 12. Mai den Geschwindigkeitsmeilenstein während eines stabilen Horizontalflugs erreicht, bei dem der Hybridtechnologiedemonstrator über mehrere Minuten eine Geschwindigkeit von 232 Knoten (430 km/h) gehalten habe. Dieses Etappenziel sei bereits beim dritten Flug, nach einer geplanten Aufrüstung, die den Einbau des endgültigen Getriebes für den Volllastbetrieb einschloss, erreicht worden.

„Künftige Hubschrauber in der X³-Konfiguration bieten unseren Kunden eine um 50 Prozent höhere Geschwindigkeit und Reichweite als konventionelle Hubschrauber zu überschaubaren Kosten und setzen damit neue Maßstäbe für die Hochleistungshubschrauber von morgen“, sagte Lutz Bertling, Präsident und CEO der Eurocopter Gruppe.

An Bord der Maschine hätten sich Eurocopter-Testpilot Hervé Jammayrac und Eurocopter-Testflugingenieur Daniel Semioli befunden. „Wir waren beeindruckt von der Leichtigkeit, mit der das Geschwindigkeitsziel erreicht wurde“, erklärte Jammayrac. „Der X³verhält sich bei hoher Geschwindigkeit extrem gut und fliegt bemerkenswert stabil.“

Eurocopter hatte im September 2010 mit den ersten X³-Flugtests begonnen. Das Konzept kombiniert die herausragenden Senkrechtstart- und -landefähigkeiten eines Hubschraubers mit den hohen Reisegeschwindigkeiten von über 220 Knoten der Starrflügler. Nachdem der X³ im November das erste Geschwindigkeitsziel von 180 Knoten (333 km/h) bei reduzierter Leistung erreicht hatte, wurden planmäßig das Getriebe nachgerüstet und die Maschine Sicherheitsinspektionen unterzogen.

Nach Wiederaufnahme des Flugbetriebs letzte Woche habe der X³ rasch seine volle Leistungsfähigkeit unter Volllast mit beeindruckenden Steig- und Sinkraten, hervorragender Manövrierbarkeit und ausgezeichneten Brems- und Beschleunigungsfähigkeiten dank seiner Hybridantriebssysteme gezeigt, so Eurocopter.

Die grundlegenden Flugeigenschaften sowie die Flugstabilität des X³ seien im gesamten Flugbereich geprüft worden, ohne dass ein zusätzliches Stabilisierungssystem nötig gewesen wäre. Dies bestätigten auch Flugtests mit ein- und ausgeschaltetem Autopiloten. Darüber hinaus sei der Hybridhelikopter auch ohne passive oder aktive Antivibrationssysteme schwingungsarm und verfüge damit über Eigenschaften, die mit denen der besten derzeit in Betrieb befindlichen konventionellen Hubschraubermodelle vergleichbar sind.

Der X³ basiere auf der Rumpfstruktur der Dauphin von Eurocopter. Zwei Turboprop-Triebwerkere trieben den Fünfblatthauptrotor und die zwei Propeller an den Hilfsflügeln an. Diese Hybridkonstruktion ergebe ein modernes Transportsystem, das sowohl über die Geschwindigkeit eines Flächenflugzeugs mit Turboprope-Triebwerken als auch über die uneingeschränkten Schwebeflugeigenschaften eines Hubschraubers verfüge.

Das Unternehmen habe für das innovative Konzept ein breites Einsatzspektrum vorgesehen, das von Langstrecken-Such- und Rettungseinsätzen (SAR) über Küstenüberwachungs- und Grenzschutzmissionen bis hin zu Passagier- und Shuttle-Flügen für Offshore-Missionen und Städteverbindungen reiche. Die Kombination von hohen Reisegeschwindigkeiten und hervorragenden Senkrechtstart- und -landefähigkeiten eigne sich auch für militärische Einsatzszenarien wie Sonderkommandos, Truppentransporte, SAR-Einsätze im Kampfgebiet und medizinische Rettungsflüge.

Die Flugtests des X³ würden im DGA-Flugtestzentrum im südfranzösischen Istres durchgeführt. Im Rahmen des bis Ende 2011 laufenden Testprogramms solle das gesamte Spektrum von Flugleistung und Flugeigenschaften des Hybridhubschraubers erforscht und getestet werden.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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