12.03.2012
FLUG REVUE

Europäische Luftfahrtindustrie fordert EU zu Emissionshandel-Kompromiss aufEuropäische Luftfahrtindustrie fordert EU-Kompromiss bei Klimaschutzabgabe

Eine Gruppe europäischer Fluggesellschaften, der Flugzeughersteller Airbus, der Zulieferer Safran und der Triebwerkshersteller MTU haben die EU aufgefordert, im eskalierenden Streit um die europäische Klimaschutzabgabe mehr Kompromissbereitschaft zu zeigen. Es drohe ein Handelskonflikt mit Vergeltungsmaßnahmen und Auswirkungen auf europäische Arbeitsplätze.<br />

In gemeinsamen Briefen hätten neun Geschäftsführer von Airbus, Air Berlin, Air France, British Airways, Iberia, Lufthansa, MTU Aero Engines, Safran und Virgin Atlantic den britischen Premierminister David Cameron, dessen französiche und spanische Kollegen Francois Fillon und Mariano Rajoy sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, in den eskalierenden Handelskonflikt, insbesondere mit China, einzugreifen, teilte Airbus am Montag mit. Es drohten direkte Maßnahmen mit ernsthaften Auswirkungen auf die europäische Luftverkehrswirtschaft.

Wegen der von der EU einseitig verhängten Klimaschutzabgabe droht beispielsweise China mit Vergeltungsmaßnahmen. Laut Airbus habe das Land aus Protest bereits Airbus-Flugzeugbestellungen im Wert von zwölf Milliarden Dollar auf Eis gelegt. Dies alleine gefährde mindestens tausend Arbeitsplätze bei Airbus und weitere tausend bei Zulieferern. Außerdem bereiteten mehrere Staaten Vergeltungsmaßnahmen, wie Strafsteuern und Beschränkungen der Verkehrsrechte, vor.

Die neun Vorstandsvorsitzenden beklagten, dass sich weitere wichtige Zukunftsmärkte der EU-Klimaschutzabgabe widersetzten. Die Situation werde für die europäische Luftverkehrswirtschaft angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage unerträglich. Der Europäische Rat solle dringend Konsultationen mit den anderen Nationen beginnen. Ziel müsse ein Kompromiss sein, um deren Vergeltungsmaßnahmen noch abzuwenden.

Nur eine globale Lösung könne das Problem der Luftfahrtemissionen regeln. Hierfür sei die ICAO zuständig, die bereits eine hochrangige Planungsgruppe gegründet habe. Die Luftverkehrswirtschaft unterstütze grundsätzlich alle Bemühungen um besseren Klimaschutz und werde auch den Emissionshandel im Luftverkehr nicht ablehnen.

Die Unterzeichner der Briefe sind Tom Enders (Airbus), Hartmut Mehdorn (Air Berlin Group), Alexandre de Juniac (Air France), Keith Williams (British Airways), Antonio Vazquez (Iberia), Christoph Franz (Lufthansa), Egon W. Behle (MTU Aero Engines), Jean-Paul Herteman (Safran) und Steve Ridgway (Virgin Atlantic).

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



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