31.05.2010
FLUG REVUE

Fans wollen Triebwerke einer Pariser Concorde wieder anlassenFans wollen Concorde wieder anlassen

Concorde-Fans der Vereinigung Olympus 593 aus Frankreich haben am Wochenende damit begonnen, die Triebwerke der im Pariser Luftfahrtmuseum in Le Bourget ausgestellten Concorde F-BTSD darauf zu untersuchen, ob sie sich nach jahrelanger Abstellzeit wieder anlassen ließen.

Die nach dem Concorde-Triebwerk benannte Vereinigung "Olympus 593" führte am Sonnabend eine Boroskopie der Triebwerke durch. Bei dem Vorhaben "Mission 08" werden mit einer flexiblen Sonde per Videokamera ansonsten unzugängliche Bereiche im Inneren des Triebwerks untersucht. Die optische Prüfung soll Aufschluss darüber geben, ob die Triebwerke der in Air France Farben lackierten Concorde 213 trotz jahrelanger Abstellzeit seit Juni 2003 wieder angelassen werden könnten.

Nach aktuellem Stand beabsichtigt das Museum lediglich, zu besonderen Anlässen Bodenläufe von zwei der vier Triebwerke durchzuführen. Eventuell wäre dabei auch ein Rollen auf dem Vorfeld möglich. Eine Restaurierung aller vier Triebwerke ist bisher nicht vorgesehen.

Die Pariser Concorde, eine von zwei Concordes im dortigen Museum, gilt als besonders gut erhalten. Ihre elektrischen und teilweise auch die hydraulischen Systeme werden regelmäßig eingeschaltet und von einer Gruppe ehemaliger Concorde-Techniker gewartet. Falls sich bei den Triebwerken keine Probleme zeigen, soll vermutlich im Oktober damit begonnen werden, diese wieder an die Kerosinversorgung anzuschließen. Dann wird geprüft, ob Tanks und Leitungen noch dicht sind. Das gesamte Vorhaben soll etwa ein Jahr dauern.

Die von vielen Fans ersehnte flugfähige Wiederherstellung einer Concorde scheint damit aber immer noch sehr weit entfernt. Abgesehen von den enormen Kosten und der immer schwierigeren Ersatzteilversorgung und Personallogistik ruht auch die von EADS gehaltene Musterzulassung des ersten Überschall-Verkehrsflugzeugs der Welt. EADS hat bisher keinerlei Interesse daran signalisiert, eine Concorde wieder lufttüchtig zu machen.

Britische Fans würden am liebsten schon zur Olympiade in London 2012 eine bisher ungenannte Concorde wieder flugklar machen. Ihre Vertreter waren bei der jüngsten Pariser Boroskopie dabei.

Der Hersteller EADS hatte nach dem Pariser Absturz das Air France-Flugzeug Concorde 209 (F-BVFC) mit neuen Tankfuttern, einer verbesserten Kabelführung und einem moderneren Fahrwerk modifiziert, flugerprobt und zugelassen. Diese Concorde gilt als die technisch am besten erhaltene. Sie ist in Toulouse geschützt aber für die Öffentlichkeit unzugänglich abgestellt. Keines der heutigen Flugzeuge dürfte ohne vorherige, sehr aufwändige Untersuchungen, Kontrollen und Wartungsarbeiten wieder zu einem Flug abheben, selbst wenn es alle Ersatzteile gäbe.



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