01.07.2014
FLUG REVUE

Herausforderung in HamburgFliegende Sternwarte SOFIA ist bei Lufthansa Technik gelandet

SOFIA, eine modifizierte Boeing 747SP, die gemeinsam von der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als „Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie“ genutzt wird, ist am 28. Juni 2014 auf dem Hamburger Flughafen gelandet.

sofia

Trotz ihrer unsicheren Zukunft wird die Boeing 747SP in den kommenden Monaten technisch auf den neuesten Stand gebracht. © NASA  

 

Die fliegende Sternwarte ist normalerweise am Armstrong Flight Research Center der NASA in Kalifornien stationiert. Nun werden sowohl das Flugzeug als auch das integrierte Teleskop bis Anfang November bei Lufthansa Technik in Hamburg auf Herz und Nieren geprüft. DLR und NASA haben Lufthansa Technik für die Generalüberholung des Flugzeugs gewählt, weil hier die weltweit größte und längste Erfahrung in der Wartung dieses Flugzeugtyps besteht. Insgesamt gab es 45 Boeing 747SP, von denen noch 18 im Einsatz sind. Boeing selbst wartet diesen Typ jedoch nicht.

Die lange geplante Überholung wird durchgeführt, obwohl die Zukunft des Observatoriums gar nicht sicher ist: Die NASA hat die finanziellen Mittel für den Betrieb des Flugzeugs entgegen der Proteste des deutschen Partners und der internationalen Wissenschaftsgemeinde derart zusammengestrichen, dass das Flugzeug spätestens ab 2015 am Boden bleiben muss. Das DLR jedenfalls ist nicht in der Lage, die finanziellen Belastungen des Projekts allein zu tragen. Derzeit allerdings äußern sich beide Partner nicht zu diesem Konflikt, denn hinter den Kulissen wird noch verhandelt.

Auch für Lufthansa Technik ist dieser Check außergewöhnlich. Weil SOFIA kein Linienflugzeug, sondern ein fliegendes Observatorium ist, werden aus Routineverfahren hier besondere Vorgänge. In fünf Phasen - Ankunft, Inspektion, Modifikation, Installation und Abnahme - wollen die Ingenieure das fliegende Labor in den nächsten Monaten genau unter die Lupe nehmen. Die Spezifikationen des Flugzeugs betreffen auch seine Behandlung im Dock. So muss SOFIA zum Beispiel zuerst auf eine Höhe von sechs Metern angehoben werden, um das Fahrwerk tauschen zu können. Das Heck der Maschine ist aber für übliche Verfahren mit 48 Tonnen zu schwer. Deshalb wird das Flugzeug mit fünf statt mit drei Hebern aufgebockt. Dafür ist allerdings eine Sondergenehmigung erforderlich. Zudem verfügt das Forschungsflugzeug nicht nur über eine modifizierte Elektronik im Cockpit und über sehr umfangreiche zusätzliche elektronische Systeme, sondern auch - und das ist wohl wirklich einmalig - über einen Rumpf mit einer rund vier Mal sechs Meter großen Luke, die sich nachts öffnet, wenn das Teleskop in den Sternenhimmel blickt.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Falcon 9 von SpaceX Erster kommerzieller Start vom Launch Complex 39A

20.02.2017 - Am Sonntag ist eine Falcon 9 mit Nachschub für die Internationale Raumstation ISS gestartet. Es war seit langem der erste Raketenstart von der historischen Startrampe 39A des Kennedy Space Centers in … weiter

Reduzierung von Fluglärm Computersimulation für leisere Flugzeuge

01.02.2017 - In der Flugzeugentwicklung werden numerische Strömungssimulationen zur Verbesserung der Aerodynamik schon lange eingesetzt. Doch sie können auch zur Verringerung von Fluglärm beitragen. … weiter

NASA-Luftfahrtforschung Pratt & Whitney entwickelt Öko-Triebwerk

31.01.2017 - Der Triebwerkshersteller aus Hartford, Connecticut soll im Auftrag der NASA einen effizienten und dennoch leisen und sauberen Antrieb entwerfen. … weiter

Für das Starliner-Raumschiff Boeing präsentiert neuen Raumanzug

26.01.2017 - Leichter und bequemer: Astronauten an Bord von Boeings künftigem Raumschiff CST-100 Starliner werden andere Raumanzüge als bisher tragen. … weiter

Neue Software der NASA Kürzeres Zeitfenster zwischen Landungen

17.01.2017 - Die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA erprobt bei Testflügen ein System, das den Luftverkehrsfluss an vielbeflogenen Airports verbessern soll. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
06.02.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Airbus gegen Boeing
- Letzter Flug der QF-4
- Flybe expandiert
- X-Planes der NASA
- Watt-Flughafen Barra
- Erfolgsmodell Suchoi Su-30
- Datenrelaissystem im All

aerokurier iPad-App