20.06.2015
Erschienen in: 10/ 2011 FLUG REVUE

Pilotentraining für die nächste GenerationFlugsimulator der Zukunft

Um die in die Cockpits nachrückenden „Computer-Kids“ besser zu erreichen, denkt Boeing bereits über weit reichende Änderungen im Ablauf und beim Inhalt von Pilotentraining nach.

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Thirty“, „Ten“: auf englisch zählt die automatische Computerstimme im futuristisch gestalteten Dreamliner-Cockpit mit seinen Head-up-Displays leidenschaftslos die letzten Fuß Höhe bis zur sanften Landung der Boeing 787-8 herunter. Nach dem Aufsetzen des Bugrades zieht Boeing-Testpilot Captain Ted Grady die beiden Schubhebel zurück und aktiviert die Schubumkehr. Die Simulatorkabine kippt unmerklich nach vorne und vermittelt das täuschend echte Gefühl starker Bremswirkung. Willkommen in Tokio-Haneda, jedenfalls dem in Seattle simulierten Flughafen für Japans angehende 787-Piloten.

Hier, bei Boeing Flight Services (einst FlightSafetyBoeing), erhielten bereits die ersten zehn ANA-Ausbildungskapitäne ihre Dreamliner-Musterberechtigungen. Sie nehmen künftig direkt in Japan Prüfungen von 787-Linienpiloten ab. Alleine sechs Thales-Simulatoren für die Boeing 787-8 unterhält die Boeing-Trainingstochter in Seattle. Weitere fünf Simulatoren stehen in Singapur und jeweils drei in Schanghai, Tokio und London-Gatwick, dem europäischen Boeing-Trainingszentrum. Weltweit betreibt Boeing an 18 Standorten über 80 Full-Flight-Flugsimulatoren für Muster von der 717-200 bis zur 747-8. Und sogar Fokker 100 und Embraer 170 und 190 gehören, neben der MD-82 und MD-11, zum Simulator-Portfolio. Selbst einen Airbus A320 gibt es. Außerdem stehen für Einweisungen knapp 30 weniger aufwändige „Flight Training Devices“ zur Verfügung, die nicht auf beweglichen Plattformen stehen aber mit berührungsempfindlichen Bildschirmen ein komplettes Cockpit nachstellen. Hinzu kommen noch Simulatoren von Kundenairlines, auf denen Boeing-Trainer auf Anfrage eigene Kurse abhalten.


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