05.05.2015
Erschienen in: 10/ 2014 FLUG REVUE

Fokker 100Neustart mit Getriebefan?

Nach einigen Anläufen setzt die Netherlands Aircraft Company nun auf eine gestreckte Version der Fokker 100 mit dem Getriebefan.

Fokker F-120NG (Netherlands-Aircraft-Company)

Fokker F-120NG. Grafik und Copyright: Netherlands Aircraft Company  

 

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Bereits Ende der 90er Jahre entstanden erste Pläne, die Produktion einer modernisierten Fokker 100 wieder aufzunehmen. Das Unternehmen Rekkof (Fokker rückwärts gelesen) von Jaap Rosen Jacobsen, der nach dem Konkurs von Fokker im Jahr 1996 die Rechte an der Jetfamilie erworben hatte und zwischenzeitlich auch Besitzer von OLT Express Germany war, arbeitete an einem Neustart.

Fokker F-120NG Kabine (Netherlands Aircraft Company)

Auch die Kabine erhält eine gründliche Überarbeitung. Foto und Copyright: Netherlands Aircraft Company  

 

Das Projekt blieb aber auf dem Reißbrett. Einen ersten Fortschritt gab es 2010 in Form eines Kredits der niederländischen Regierung in Höhe von 20 Millionen Euro zum Bau eines Prototyps, der im vergangenen Jahr fliegen sollte. Allerdings wurde es in den letzten Jahren ruhig um das Programm. Nun firmiert das Unternehmen unter dem Namen Netherlands Aircraft Company (NAC) und bietet die F-120NG an.

Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine gestreckte Fokker 100 mit Platz für bis zu 130 Passagiere. Das Flugzeug verfügt über einen modifizierten Flügel mit Winglets und neue Getriebefans von Pratt & Whitney. Das Triebwerk soll auf Basis der Antriebe von Mitsubishi MRJ90 (PW1217G) und Embraer E175-E2 (PW1700G) entstehen. Über den Stand des Programms gab Pratt & Whitney allerdings auf Nachfrage keine Auskunft.

Fokker F-120NG Cockpit (Netherlands Aircraft Company)

Für das Cockpit planen die Niederländer modernste Avionik. Foto und Copyright: Netherlands Aircraft Company  

 

Wie die Netherlands Aircraft Company auf der Luft- und Raumfahrtmesse in Farnborough im Juli 2014 mitteilte, sei man zuversichtlich, die nötigen Geldmittel und Verträge mit Zulieferern sicherstellen zu können. Ein Zeitplan wurde allerdings nicht bekannt gegeben, und weitere Äußerungen wollte man nicht machen. Laut NAC ist die F-120NG leichter als die aktuellen Konkurrenzmuster und kann 25 Prozent mehr Passagiere befördern. Im Cockpit kommt neue Avionik zum Einsatz, ein entsprechender Hersteller scheint aber noch nicht ausgewählt zu sein. Die Entwicklungszeit beziffert das Unternehmen auf fünf Jahre. Damit könnte die F-120NG frühestens 2019 einsatzbereit sein, vorausgesetzt, es finden sich ausreichend Geldgeber und Kunden. Angesichts der harten Konkurrenz aus Brasilien, Kanada, Japan und Russland sicher kein leichtes Unterfangen.


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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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