29.07.2014
FLUG REVUE

Airbus A380-Kunde aus JapanSkymark bestellt ihre A380 ab

Die japanische Niedrigpreisfluggesellschaft Skymark Airlines Inc. will ihre sechs bestellten Airbus A380 nicht mehr abnehmen. Airbus hat die entsprechende Bestellung deshalb am Dienstag "terminiert".

Skymark Airlines Airbus A380 Erstflug

Jungfernflug des ersten Airbus A380 für Skymark Airlines. Foto und Copyright: Airbus  

 

Laut "Bloomberg" verhandele Airbus bereits mit Skymark, ob der Auftrag verschoben werden, auf andere Modelle umgebucht oder völlig storniert werden solle. Skymark könne sich die Flugzeuge im Moment finanziell nicht leisten. 2011 hatte die Airline als erster japanischer Kunde vier A380 fest bestellt und den Auftrag später noch um weitere zwei A380 erhöht. Im April war das erste Flugzeug mit Trent-Triebwerken zum Jungfernflug gestartet. Es befindet sich derzeit in der Kabinenausstattung. Ein zweites Flugzeug war bereits im Bau.

Auch die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos" hatte bereits gemeldet, dass sich Airbus und Skymark über eine Auflösung der A380-Bestellung verständigt hätten, ohne weitere Details zu nennen. Airbus hat die angebliche Stornierung bisher nicht bestätigt. Aktuell verzeichnet der Flugzeughersteller 324 feste Bestellungen für die A380. Emirates hat davon alleine 140 Flugzeuge geordert.

UPDATE vom 29. Juli:
Airbus hat am Dienstag bekannt gegeben, dass der Hersteller den 2011 durch Skymark für die A380 erteilten Auftrag in Übereinstimmung mit den vereinbarten Vertragsbedinungen "terminiert" habe. Airbus behalte sich alle Rechte und Entschädigungsforderungen vor. Nach unbestätigten Informationen hatte Skymark bereits Anzahlungen in Höhe von knapp 200 Millionen Euro für ihre sechs bestellten A380 geleistet. Skymark erklärte am Dienstag in Japan, man könne die nun geforderten "exorbitanten" Vertragsstrafen nicht bezahlen. Sie gefährdeten die Unabhängigkeit des Unternehmens, die Grundvoraussetzung des Niedrigpreiskonzepts von Skymark sei.

Für Airbus ist eine derartig späte Abbestellung besonders unangenehm, da die Flugzeuge bereits individuell für den Kunden konfiguriert sind und sich nicht ohne hohe Kosten umrüsten lassen. Auch amortisieren sich die bereits angefallenen Entwicklungskosten für die individuelle Kundenversion nun nicht mehr.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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