03.05.2011
FLUG REVUE

Goodyear bestellt drei Zeppelin NT

Die Zeppelin Luftschifftechnik GmbH & Co. KG in Friedrichshafen hat den größten Auftrag ihrer Unternehmensgeschichte erhalten. Sie verkauft drei Zeppelin NT an die Goodyear Tire & Rubber Company in den USA.

Zeppelin NT Goodyear

Der Zeppelin NT vor der Werft. Foto und Copyright: ZLT  

 

Goodyear bestelle das neue Zeppelin Modell LZ N07-101, teilte die Zeppelin Luftschifftechnik mit. Ein Luftschiff koste rund 14,5 Mio. Euro. Anfang 2014 solle der erste Zeppelin NT bei Goodyear in Dienst gestellt werden. Neben dem Luftschiffverkauf hätten sich die Partner auch auf eine enge Kooperation verständigt.

„Der Goodyear Auftrag ist ein Meilenstein in unserer Unternehmensgeschichte. Mit dem Auftrag über drei neue Luftschiffe verdoppeln wir die weltweite Präsenz des Zeppelin NT“, sagte Thomas Brandt, Geschäftsführer der Zeppelin Luftschifftechnik.

Die vereinbarte Kooperation solle die gemeinschaftliche Entwicklung eines LED Leuchtwerbesystems und eines neuen Displaysystem im Cockpit (Avionik) umfassen. Diese Neuerungen würden zukünftig serienmäßig im Zeppelin NT angeboten. Über den Auslieferungszeitraum der Luftschiffe hinaus übernehme die Zeppelin Luftschifftechnik technische Supportleistungen und unterstütze Goodyear beim Aufbau und der Durchführung des Zeppelin-Flugbetriebs. Die Auslieferung der drei Zeppelin NT erstrecke sich über einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren. Im Januar 2014 solle der erste Zeppelin bei Goodyear in den Dienst gestellt werden.

Auch die Rückendeckung durch die deutsche Bundesregierung sei für diesen Vertragsabschluss gesichert. Das Friedrichshafener
Unternehmen verfüge über eine Hermes-Bürgschaft aus Berlin.

Der Bau der Luftschiffe erfolge in enger Zusammenarbeit zwischen Goodyear und Zeppelin. Unter Leitung der Zeppelin Luftschifftechnik würden die Luftschiffe gemeinsam mit Goodyear an Goodyear’s Luftschiffstandort am Wingfoot Lake in der Nähe von Akron
montiert und auch dort zum Erstflug abheben. Der gesamte Einkauf und die Produktionsplanung würden von Friedrichshafen aus gesteuert. In der Zeppelin Werft würden Teile und Komponenten vormontiert, die dann über den Seeweg zur Goodyear Basis in Akron, Ohio transportiert würden.

Dieser gemeinschaftliche Zeppelinbau erinnere an die erfolgreiche Zusammenarbeit der amerikanischen und deutschen Luftschiffer in der Goodyear-Zeppelin-Corporation (1923 bis 1940). Goodyear plane keinen Einstieg in den kommerziellen Passagierbetrieb, sondern nutze die Luftschiffe zur Eigenwerbung und zur Unterstützung landesweiter Wohltätigkeitszwecke. Passagierflüge seien geladenen Gästen vorbehalten.

Der Zeppelin NT (Neue Technologie) ist mit einer Länge von 75 Metern und einem Volumen von 8450 Kubikmetern das derzeit größte halbstarre Luftschiff. Er verfügt über schwenkbare Propeller und eine Fly-by-Wire-Flugsteuerung. Der Zeppelin NT ist für den kommerziellen Flugbetrieb bis 15 Passagiere durch LBA, EASA, und FAA zugelassen. Seit 1997 wurden vier Zeppelin NT in Dienst gestellt. Aktuell sind zwei Zeppelin NT im Einsatz: In Friedrichshafen betreibt die Deutsche Zeppelin-Reederei die „Baden-Würtemberg und Airship Ventures betreibt die "EUREKA" in Moffet Field bei San Francisco.

Mehr zum Thema:
flugrevue.de / Sebastian Steinke



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