01.10.2013
FLUG REVUE

Helikopter in der Schweiz Hubschrauber: Fliegerische Herausforderung in den Alpen

Die Schweiz ist ein Helikopterland. Ohne Hubschrauber könnten keine Seilbahnen gebaut, Berghütten nicht versorgt und viele Verletzte nicht transportiert werden. Entsprechend viele Hubschrauberbetreiber und Helikopter gibt es in dem Land.

Bell 429 Air Zermatt

Die schweizerische Air Zermatt betreibt Europas erste Bell 429. Foto und ©: Air Zermatt  

 

Die puren Zahlen spiegeln nicht die Faszination des Helikopterfliegens in der atemberaubenden Landschaft der Schweiz wider. Aber sie zeigen, dass der Hubschrauber in der Schweiz ein absolut notwendiges Arbeits- und Transportmittel in der herausfordenden Geographie des Landes darstellt. Nur dort, wo Hubschrauberbetreiber durch Arbeits- und Sightseeingflüge auch Geld verdienen können, wird es eine solche Vielfalt an Betreibern und Hubschraubermustern wie in der Schweiz geben. Mit Datum 30. September 2013 listet das Luftfahrtregister des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) 304 Einträge in der Katgeorie "Helicopter" auf. Die Mustervielfalt ist groß und reicht von der zweisitzigen Robinson R22 über etliche Bell-, Eurocopter-, MD Helicopters- und Enstrom-Muster bis zu Exoten wie dem Koaxialrotor-Hubschrauber Kamow Ka-32. Gerade letztgenannter Helikopter ist aufgrund seiner Außenlastkapazität ein gefragtes Arbeitstier, nicht nur in der Schweiz, sondern auch im benachbarten Ausland.

Schweizer Piloten waren die Pioniere in der Gebirgsrettung mittels Luftfahrzeug. Setzten sie zunächst auf kleine Flächenflugzeuge wie die Piper PA-18 Super Cub als Rettungsflugzeug, so schwenkten sie schnell auf den Hubschrauber um, als entsprechend leistungsfähige Muster zur Verfügung standen. Die Schweizer Luftrettung hat weltweit Vorbildcharakter, und in der Bergrettung per Hubschrauber dienen Schweizer Hubschrauberbetreiber weltweit als Berater, wenn irgendwo eine neue Organisation aufgebaut werden soll.

Hubschrauber, die in der Schweiz gewerblich im Einsatz erfolgreich sein wollen, müssen hochgebirgstauglich sein. Deshalb sind auch heute noch zahlreiche Aerospatiale SA 315 Lama im Register zu finden. Dieses leichte Muster wurde Ende der sechziger Jahre extra für Hochgebirgseinsätze gebaut. Erstflug der SA 315 war 1969, die Indienststellung erfolgte 1970.
Auf 43 Gebirgslandeplätzen in der Schweiz dürfen Helikopter landen, rund die Hälfte von ihnen sind nur für Hubschrauber, aber nicht für Flächenflugzeuge zugelassen. Fliegerisch ist die Schweiz für Hubschrauberpiloten eine Herausforderung, wenn sie auch im Gebirge fliegen wollen. Auf- und Abwinde, Seilbahn- und Versorgungsbahn-Kabel, mit der Höhe abnehmende Leistung des Helikopters sowie fehlende Landespots für Notfälle sind Bedingungen, die den Besatzungen das Leben nicht einfach machen. Eine gründliche theoretische und praktische Gebirgsflugeinweisung ist deshalb unabdingbar, wenn man auch als Helikopterpilot den Flug in der Gebirgslandschaft genießen will.


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