16.05.2014
FLUG REVUE

Die deutsche Luft- und Raumfahrtmesse von 1909 bis 2014ILA-Historie: Seit 105 Jahren Schaufenster der Luftfahrt

Die Geschichte der ILA begann mit der Internationalen Luftschifffahrt-Ausstellung vom 10. Juli bis 17. Oktober 1909 in Frankfurt am Main. 500 Aussteller zeigten über einen Zeitraum von 100 Tagen Luftschiffe, Flugzeuge und Ballone, die 1,5 Millionen Besucher in ihren Bann zogen.

ILA 1928 Messehalle Macchi

Die ILA 1928 findet unter dem Funkturm in Berlin statt, der zwei Jahre zuvor fertig gestellt wurde. In den drei Messehallen sind 150 Flugzeuge zu sehen. Foto: Messe Berlin  

 

Die Geburtsstunde der ILA liegt am Anfang des letzten Jahrhundert: 1909 fand die erste Internationale Luftschifffahrt-Ausstellung (ILA) statt. Stand die erste ILA noch im Zeichen der Zeppeline, so hatte das Zeitalter der Flugzeuge bereits 1891 mit dem ersten Flug Otto Lilienthals vom brandenburgischen Windmühlenberg begonnen. Lilienthals Gleitflüge bildeten die Grundlage für die Entwicklung der Luftfahrt, die bis zum heutigen Tag nichts von ihrer Dynamik und Attraktion verloren hat. Gleichzeitig förderten die Pionierleistungen der mutigen Piloten und die einsetzende Entwicklung im Flugzeugbau auch Initiativen, die neuesten Errungenschaften der Fliegerei einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Durchbruch gelang den Frankfurter Stadtvätern. Sie schafften es, erstmals eine Internationale Luftfahrt-Ausstellung in Deutschland auszurichten.
 
Die erste ILA dauerte vom 10. Juli bis 17. Oktober 1909 genau 100 Tage. Sie war nicht nur die erste eigenständige Luftfahrtmesse der Welt, sondern auch die erste internationale Plattform für die flugtechnische Kommunikation in der noch jungen Luftfahrt. Nach nur einem Jahr der Vorbereitungen wurde der faszinierten Bevölkerung und der Fachwelt im Sommer 1909 ein umfassender Überblick über den Stand des Luftschiffbaus und der Flugtechnik in Deutschland präsentiert. Gezeigt wurden Luftschiffe der Konstrukteure Zeppelin, Parseval, Clouth und Ruthenberg sowie Ballone und vieles andere. „Flugapparate und deren Modelle“ waren indes noch in der Minderheit. „Wie förderlich die ILA dem Luftfahrtgedanken war, ging auch daraus hervor, dass zahlreiche Personen sich zu Freiballonfahrten entschlossen, die bis dahin solche für bessere Seiltänzerei hielten“, schrieb der Luftfahrtpionier Georg von Tschudi später in seinen Erinnerungen. Star der Ausstellung war ein Flugzeug der Gebrüder Wright, das von Schauflügen in Berlin für eine Woche nach Frankfurt geholt wurde. Als „deutsche Hoffnung“ galt der Doppeldecker des Flugzeugkonstrukteurs August Euler. Bilanz der ersten ILA: 500 Aussteller sowie eineinhalb Millionen Besucher. Und sie präsentierte sich schon damals auch als Business-Messe: „Bei der ILA ging es allein ums Geschäft“, notierte Orville Wright in einem Brief.
 
Im Anschluss an die erste ILA schlossen sich im April 1910 auf Anregung von August Euler zahlreiche Flugvereine zum deutschen Flieger-Bund zusammen. Ein Jahr später wurde in Frankfurt am Main der Verein Deutscher Flugzeugindustrieller gegründet. Damit war auch die direkte Verbindung zwischen der ILA und dem späteren Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) hergestellt, die bis heute Bestand hat. Die Geschichte Berlin-Brandenburgs ist seit Lilienthals ersten Flugversuchen immer wieder mit Entwicklungen der nationalen und internationalen Luftfahrt eng verknüpft. Vor diesem Hintergrund fand die Nachfolgeveranstaltung der ersten ILA an der „Wiege des Menschenfluges“, also in Berlin, statt.
 


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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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