04.07.2008
FLUG REVUE

4.7.2008 - Jürgen ThomasJürgen Thomas mahnt Geschlossenheit bei Airbus an

Der "geistige Vater der A380", Jürgen Thomas, hat heute mehr Geschlossenheit innerhalb des Unternehmens gefordert.

DeliveryJüergenThomasN Bild (Standa

Der Namenszug von Jürgen Thomas am Delivery Center in Hamburg (C) FR/HS  

 

"Wir sitzen alle in einem Boot", sagte er bei der Eröffnung des Auslieferungs- zentrums für die A380 in Hamburg. Dieses trägt den Namen des 71-Jährigen. Es dürfe keine Schuldzuweisungen zwischen Management und Belegschaft oder zwischen den einzelnen nationalen Einheiten geben.

"Der Passport hat nie gezählt, sondern die Leistung", beschrieb Thomas die Kooperation innerhalb seines Teams bei den Vorbereitungen für das A380-Projekt. "Mich betrübt, wenn Teams gegeneinander aufgebracht werden. Das ist ein Schritt zurück", sagte der 71-Jährige.

Jürgen Thomas arbeitete nach seinem Ingenieurstudium zunächst bei mehreren deutschen Flugzeugherstellern, bevor er innerhalb von Airbus in zahlreichen Projekten tätig war. Von 1996 bis zu seinem Ruhestand 2001 leitete er die "Large Aircraft Division".

Bei aller Begeisterung sei der Konstruktionsprozess für die A380 natürlich eine Zeit mit Höhen und Tiefen gewesen, erzählte Thomas. "Vieles hat mir Sorgen gemacht, denn es war ja neu und wir wussten nicht, ob es funktioniert", sagte er augenzwinkernd. "Es gab ja kein vergleichbares Flugzeug." Angesichts des Erfolges bisher sei er aber sehr zufrieden. "Es ist ein phantastisches Flugzeug."

Thomas lobte auch die Zusammenarbeit mit den Kunden beim Start des A380-Programms. "Dazu gehören Persönlichkeiten in den Airlines", erklärte er. Diese seien zu Kooperation und Investition in das neue Flugzeug bereit gewesen. Die Stadt Hamburg habe das Airbus-Projekt immer unterstützt, sagte der 71-Jährige. Dass nun das Ausliefererungszentrum seinen Namen trägt, "verstehe ich als Anerkennung für alle, die mitgewirkt haben."



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