24.06.2016
FLUG REVUE

D-AQUI kehrt nun erst 2017 an den Himmel zurückLufthansa Ju 52 wird noch aufwändiger überholt

Lufthansa erweitert den Reparaturumfang an ihrer Ju 52 und zieht eine für den kommenden Winter geplante Flügelreparatur vor. Dadurch entfällt eine zweite Flugpause, allerdings auch die schon "angebrochene", restliche Flugsaison 2016.

Ju 52 D-AQUI über der Müritz

Ab der Saison 2017 ist die Junkers Ju 52, D-AQUI nach einer nun nochmals erweiterten Generalreparatur wieder für lange Zeit lufttüchtig. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

Die Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung (DLBS) wolle ihre Junkers Ju 52 D-AQUI "noch mindestens" bis zu deren 100. Geburtstag im Jahr 2036 flugfähig halten, teilte die Lufthansa Group am Freitag mit. Dabei helfe ein Zuschuss aus Bundesmitteln, die der Haushaltsausschuss des Bundestages am vergangenen Mittwoch freigegeben habe. Im neuesten Denkmalschutz-Sonderprogramm VI seien 400.000 Euro als Beitrag zu den Restaurierungskosten der Ju 52 vorgesehen. 

An dem weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten Oldtimer war im vorigen Herbst ein Mittelholmbruch im Flügel diagnostiziert worden. Seither wird das 1936 in den Dessauer Junkers-Werken gebaute 16-sitzige Passagierflugzeug in der Werft von Lufthansa Technik in Hamburg in einem sehr aufwendigen und komplizierten Verfahren repariert. Im Rahmen dieser Arbeiten müssen etliche Teile komplett neu angefertigt werden. Da die Originalmaterialien heute nicht mehr verfügbar sind, gilt es, Ersatzmaterialien und Fertigungsprozesse zu ermitteln. Dies und die jeweils notwendige abschließende sorgfältige Qualitätskontrolle führte in den vergangenen Monaten zu vorher nicht absehbaren Zeitverzügen, so dass der ursprünglich für Anfang Mai geplante Start in die Flugsaison 2016 mehrfach verschoben werden musste.

Jetzt machten Vorstand und Technik-Team der DLBS aus der Not eine Tugend: Eine weitere aufwendige strukturelle Verjüngungskur insbesondere der Tragflächen der „Tante Ju“, die ursprünglich erst für die kommende Winterpause vorgesehen war und die zu einem verspäteten Start in die Flugsaison 2017 geführt hätte, wird jetzt vorgezogen. Statt zweier getrennter Reparaturphasen erlebt die Ju 52 nun also eine Generalüberholung aus einem Guss.

„Hinsichtlich der Qualität unserer Wartungs- und Überholungsarbeiten machen wir keine Kompromisse, auch wenn wir unsere Ju 52 Fangemeinde für die Flugsaison 2016 enttäuschen müssen“, sagte der neue Vorstandsvorsitzende und Accountable Manager der DLBS, der ehemalige Lufthansa-Chefpilot Werner Knorr. Seine gute Botschaft: „Der Verzicht auf eine wenige Wochen kurze Restflugsaison 2016 ermöglicht es, die Wiederherstellung der Lufttüchtigkeit unserer Ju 52 in bester Verfassung pünktlich zum regulären Saisonbeginn im April 2017 sicherzustellen“. Zur Erreichung dieses Zieles arbeiten erfahrene Ingenieure, Flugzeug- und Strukturmechaniker von Lufthansa Technik und Kälin Aero Technologies motiviert und eng zusammen.  

„Die materielle Unterstützung der Restaurierung dieses wunderbaren Großraumflugzeuges der Dreißiger Jahre durch den Bund ist eine ebenso besondere wie verdiente Würdigung der herausragenden Ingenieurleistung von Hugo Junkers“, sagte Werner Knorr.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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