21.09.2015
Erschienen in: 09/ 2015 FLUG REVUE

Japans ComebackMitsubishi MRJ auf dem Weg zum Erstflug

Mit dem MRJ will Mitsubishi erstmals ein eigenes Verkehrsflugzeug auf den Markt bringen. Nach mehrjähriger Verspätung steht der mit Getriebefans ausgestattete Regional Jet nun kurz vor dem Erstflug. Die anschließende Flugerprobung wird zeigen, ob die ehrgeizigen Ziele gegenüber den konkurrierenden Flugzeugen realistisch sind.

Nach langer Abstinenz versucht sich Japan wieder auf dem Markt der Verkehrsflugzeuge. Die japanische Luftfahrtindustrie hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem auf die Lizenzfertigung und die Teileproduktion konzentriert. Die meisten Eigenentwicklungen waren auf den militärischen Bereich oder das Geschäftsreisesegment beschränkt. Die einzige Ausnahme bildete der Turboprop NAMC YS-11 aus den 1960er Jahren, der sich jedoch nicht zu einem kommerziellen Erfolg entwickelte. Diese Negativbilanz will Mitsubishi Heavy Industries nun mit dem MRJ (Mitsubishi Regional Jet) ändern und gründete 2008 dazu eigens die Mitsubishi Aircraft Corporation. 

Wie bei fast allen aktuell in der Entwicklung befindlichen Regionaljets kommt auch beim MRJ die PurePower-Familie von Pratt & Whitney zum Einsatz. Neben der CSeries war das japanische Muster die erste Anwendung für den Getriebefan. Damals war der Erfolg der neuen Antriebsfamilie, die wesentlich zu den Vorteilen gegenüber den Konkurrenzmodellen beiträgt, noch nicht abzusehen. Der Treibstoffverbrauch des MRJ beträgt laut den Japanern mehr als 20 Prozent weniger als der der aktuellen E-Jets von Embraer. Die vom Fluglärm des MRJ90 betroffene Fläche soll beispielsweise beim Start in Amsterdam-Schiphol im Vergleich zu einer E-190 um 40 Prozent kleiner sein. 


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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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