22.07.2013
FLUG REVUE

Neuer Rosinenbomber für Berlin

Ein Berliner Förderverein unterzeichnet am Montag den Kaufvertrag für einen zweiten Rosinenbomber. Mit dessen Hilfe soll das 2010 bei einer Notlandung auf der BER-Baustelle schwer beschädigte Originalflugzeug der Berliner Luftbrücke von 1948/49 wieder flugfähig restauriert werden.

Am Montag werde der Kauf des 210.000 Dollar teuren, flugfähigen DC-3-Ersatzflugzeugs in Coventry vollzogen und es erfolge die Übergabe der Dokumente, teilte der Förderverein Rosinenbomber e.V. mit. Am 30. Juli werde das Flugzeug von einer britischen Crew von Coventry nach Berlin-Schönefeld überführt. Die Landung werde zwischen 12.30 Uhr und 14.00 Uhr erwartet.

Nach einem Pressetermin in Schönefeld werde man beide Flugzeuge, das 2010 verunglückte des Air Service Berlin und die Neuerwerbung, nach Kamenz überführen, wo in der dortigen Flugzeugwerft aus den Teilen beider Flugzeuge ein flugfähiges "neues" entstehe. Diese Werftarbeiten kosteten nochmals 300.000 Euro, für die der Förderverein weiter Spenden sammele. Ziel sei eine flugfähige Wiederherstellung bis zum 65. Jahrestag der Luftbrücke. Zu den bisherigen Spendern gehören mehrere Berliner Unternehmen und zahlreiche Privatleute, darunter der Sänger Reinhard Mey.

Nach Informationen der FLUG REVUE handelt es sich bei der Neuerwerbung um eine bisher als G-AMRA von Air Atlantique britisch zugelassene DC-3. Das Flugzeug ist für Rundflüge bereits mit einer Passagierkabine im Stil der vierziger Jahre ausgestattet. Gebaut wurde es 1944 als 43-49474 für die US Army Air Force in Long Beach. Es gelangte neuwertig Ende 1944 als KK151 an die Royal Air Force nach Kanada und ab April 1946 als WF-B und XK-R nach England. Dabei soll es, laut Förderverein, auch zu Luftbrückeneinsätzen gekommen sein. Demnach wären beide Spenderflugzeuge "echte" Rosinenbomber mit Luftbrückenvergangenheit.

In den fünfziger Jahren transportierte das Flugzeug britische Truppen in den Nahen Osten und gehörte diversen zivilen Fluggesellschaften. Seit den siebziger Jahren verlagerten sich die Aufgaben nach Schottland zur Unterstützung der dortigen Ölindustrie. Zuletzt war die DC-3 in Newquay stationiert.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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