16.11.2016
FLUG REVUE

Branson steigt bei Boom einNeues Überschallprojekt für 40 Passagiere

Ein amerikanisches Start-up-Unternehmen mit Geldgebern aus der IT-Branche möchte den Überschall-Passagierverkehr wiederbeleben. Dazu wird ein zwei- oder dreistrahliges 40-Sitzer-Projekt entwickelt, das nun Mitinvestor Richard Branson näher vorstellte.

Boom Ueberschall-Passagierflugzeug für 40 Fluggaeste

Vierzig Passagiere soll das neu entwickelte Überschall-Passagierflugzeug von Boom einmal befördern. Foto und Copyright: Boom  

 

Richard Branson gab am Dienstag bekannt, dass sein Unternehmen The Spaceship Company, das auch für den Bau und Betrieb der Virgin-Galactic Raketengleiter zuständig ist, sich mit Entwurfs- und Konstruktionsarbeiten und mit dem Bau, Flugtest und Betrieb an dem neuen Überschall-Flugzeugprojekt des Start-up-Unternehmens "Boom" ("Überschallknall") beteiligen werde. Virgin habe Optionen für die ersten zehn Flugzeuge. Angeblich hat "eine große Fluglinie aus London" per Absichtserklärung ebenfalls schon Flugzeuge im Wert von zwei Milliarden Dollar vorbestellt.

Boom, mit Sitz in Denver, plant ein 40-sitziges Überschall-Verkehrsflugzeug mit interkontinentaler Reichweite und der Sitzanordnung 1+1. Dank neuester Technologien soll der Preis für ein Ticket auf dem Niveau heutiger Business-Class-Tarife liegen. Ein 3,5-stündiger Flug von New York nach London und zurück wäre somit für etwa 5000 Dollar im Angebot. Das Flugzeug soll mit bis zu Mach 2.2 bei Bedarf schneller als die Concorde fliegen können und 30 Prozent kraftstoffeffizienter sein. Als Reiseflughöhe sind 18300 Meter (60000 Fuß) geplant. Die verwendeten Triebwerke sind noch nicht bekannt.

Geschäftsreisende als Ziel-Kundengruppe

Boom Ueberschall-Passagierflugzeug Kabine

Die Passagiere sollen zum Preis eines heutigen Business-Class-Tickets in der halben Zeit ihr Ziel erreichen. Foto und Copyright: Boom  

 

Leiter von Boom ist der Pilot und frühere Amazon-Manager Blake Scholl, der bereits mit einem Team von elf erfahrenen Flugzeugentwicklern und Ingenieuren im "Hangar 14" am Centennial Airport nahe Denver arbeitet. Schon bis Ende 2017 will Scholl einen zweisitzigen Prototypen und Erprobungsträger, Modellbezeichnung XB-1 "Baby Boom", bauen und damit in Denver zum Erstflug starten. Die spätere Überschallerprobung ist in Edwards geplant. Boom hat bisher zwei Millionen Dollar Investitionsmittel erhalten, benötigt aber noch weitere Geldgeber für den Prototyp. Dessen Aerodynamik ist definiert, die Systeme haben Bodentests durchlaufen und der Bau erster Strukturteile hat begonnen. Die Montage soll, laut Boom, in Kürze beginnen.

Boom sieht vor allem Geschäftsreisende als Ziel-Kundengruppe. Auf 500 Routen bestehe grundsätzlich Nachfrage nach schnelleren Verbindungen mit halbierter Reisedauer. Als erste Überschallstrecken sind London-New York, San Francisco-Tokio und Los Angeles-Sydney geplant. Zivile Überland-Überschallflüge sind aus Lärmschutzgründen über den USA nicht zugelassen.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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