07.10.2009
FLUG REVUE

Österreichischer Luftfahrtzulieferer FACC nun mit chinesischem Mehrheitseigner XAC

Der Kunststoff-Spezialist aus Ried hat Anfang Oktober vereinbart, dass künftig 91,25 Prozent seiner Anteile vom chinesischen Luftfahrtzulieferer XAC gehalten werden sollen. Damit will sich FACC auch besser am chinesischen Wachstumsmarkt positionieren.<br />

Die Aktionäre des österreichischen Luftfahrtzulieferbetriebes FACC AG (vormals Fischer) hätten am 3. Oktober in Peking mit dem chinesischen Luftfahrtkonzern Xi’an Aircraft Industry (Group) Company Ltd. (XAC) mit Sitz in Xian eine Vereinbarung über die mehrheitliche Übernahme der FACC durch XAC unterzeichnet, wie das Unternehmen FACC mitteilte. Nach Abschluss der Transaktion würden 91,25 Prozent der Anteile der FACC AG von XAC gehalten, 5 Prozent blieben auch künftig im Besitz des Linzer Beteiligungsunternehmens ACC Kooperationen und Beteiligungen GmbH und 3,75 Prozent im Besitz der Stephan Ges.m.b.H.

Die Transaktion, die den üblichen behördlichen Genehmigungen unterliege, werde voraussichtlich bis zum Ende des vierten Quartals 2009 abgeschlossen sein. Nach erfolgter Übernahme werde eine Kapitalerhöhung von derzeit 40 Millionen Euro auf mindestens 80 Millionen Euro durchgeführt werden. Die Kapitalerhöhung werde die geplante Geschäftsentwicklung der FACC absichern.

Als Teil der XAC-Gruppe werde die FACC vom Wachstumspotential des chinesischen Luftfahrtmarktes sowie von substantiellen zusätzlichen Kapitalressourcen, die vom neuen Eigentümer eingebracht würden, profitieren. Damit sei ein wichtiger strategischer Schritt zur Umsetzung des zukünftigen Unternehmenswachstums vollzogen und die Finanzierung der für die kommenden Jahre anstehenden Entwicklungsinvestitionen in neue zivile Flugzeugprogramme sichergestellt.

FACC werde weiterhin eigenständig unter dem jetzigen Namen operieren. Das derzeitige Management werde, unterstützt von XAC, die strategische Zielsetzung des Unternehmens weiter verfolgen, seine Marktposition als etablierter Entwicklungs- und Systemlieferant der Hersteller und großen Zulieferer in der Luftfahrtindustrie ausbauen und dabei langfristiges Wachstum und Profitabilität sichern. Die Transaktion werde keinen Einfluss auf die bestehenden Geschäftsbeziehungen der FACC zu ihren Kunden und Lieferanten haben. Die Übernahme werde den Erhalt der bestehenden Standorte und Arbeitsplätze absichern und die Schaffung zusätzlicher Stellen für hochqualifizierte Fachkräfte in Österreich unterstützen.

„Wir bündeln unsere Kräfte gerade zur richtigen Zeit. Sieht man von der aktuellen Krise ab, wird die Luftfahrtindustrie langfristig von Wachstum geprägt sein, wobei der Kunststoffbereich überproportional hohe Zuwächse verzeichnen wird“, erklärte Walter Stephan, Vorstandsvorsitzender der FACC. „Parallel dazu steigen die Anforderungen der Flugzeughersteller an die Lieferanten, ihre Beteiligung an der Entwicklung und am Bau wettbewerbsfähiger kommerzieller Flugzeuge auszuweiten. Um diese Anforderungen optimal erfüllen zu können, gehen XAC und FACC diese strategische Partnerschaft ein und werden beide die sich daraus ergebenden Synergien zur Expansion ihrer Geschäftsfelder nutzen. XAC und FACC ergänzen sich sehr gut und können sich daher gegenseitig ideal fördern.“

Der Einstieg von XAC ist die Fortsetzung seit Jahren bestehender Geschäftsaktivitäten von FACC in der Volksrepublik China. So ist FACC für die Entwicklung und Produktion der kompletten Passagierkabine des chinesischen Regionalflugzeugs ARJ21 verantwortlich. Mit der Übernahme bekomme, so FACC, das Unternehmen einen strategischen Partner, der als international anerkannter Zulieferant im Luftfahrtbereich neue Perspektiven und hervorragende Zukunftsaussichten bieten könne. Insbesondere ergäben sich Chancen, an der Entwicklung und am Bau chinesischer Flugzeugprogramme, wie etwa dem Mittelstreckenflugzeug C919, beteiligt zu werden.

Überdies werde durch die Zusammenarbeit mit einem weltweit tätigen Aerostructures-Konzern die Marktstellung der FACC bei den wichtigen Kunden an Bedeutung gewinnen. Auf Basis der Ressourcen ihres neuen Mehrheitseigentümers plane FACC, ihr gegenwärtiges Produktspektrum verstärkt in Richtung großer, komplexer Systeme und kompletter Baugruppen zu erweitern und ihre Leistungen von der ersten Konzeptphase bis hin zur Systemintegration auszubauen. Die Partnerschaft mit XAC ermögliche FACC einen Zugang auf zusätzliche kosteneffiziente Fertigungskapazitäten in China, was Wechselkursschwankungen ausgleiche.

Eine enge Zusammenarbeit bei der Konzeption und Entwicklung von Composite-Bauteilen und -Systemen sei geplant, wobei FACC  die Verantwortung als unabhängiges „Composite Center of Excellence“ wahrnehmen werde. Eines der ersten verhandelten Projekte sei die Entwicklung der Passagierkabine für die C919.

XAC ist auf die Entwicklung und Herstellung von Strukturbauteilen für große und mittelgroße Flugzeuge spezialisiert und als Lieferant des Rumpfes und der Flügel am Bau des jüngsten chinesischen Regionalflugzeuges ARJ21 maßgeblich beteiligt. Darüber hinaus ist XAC seit 1980 Zulieferer westlicher Kunden, darunter Boeing und Airbus, für verschiedene strukturelle Bauteile zum Beispiel Airbus A320-Flügelmittelkästen und Boeing 737-Seitenleitwerke. Vor kurzem hat XAIC zwei Joint-Venture mit dem US-Luftfahrtzulieferer Goodrich bekanntgegeben.




  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App