02.12.2010
FLUG REVUE

Qantas A380: Australier vermuten Trent-Fertigungsmängel

Die australische Unfalluntersuchungsbehörde ATSB hat in einem Zwischenbericht Fertigungsmängel an einem Rolls-Royce Trent-Triebwerk einer Qantas A380 für dessen Versagen verantwortlich gemacht. Unterdessen hat Qantas Klage gegen Rolls-Royce eingereicht.

In dem ATSB-Zwischenbericht vom Donnerstag heißt es, Ursache für den Bruch einer Turbinenscheibe im Triebwerk sei ein Ölleck gewesen, in dessen Folge es zu einem Ölfeuer kam. Das Ölleck sei durch eine einseitige Wandschwächung und Rissbildung in einer Ölleitung für die Mitteldruckturbine enstanden. Die zu dünne Wandstärke des Rohres führe zum erhöhten Risiko von Ermüdungsbrüchen und fortgesetzter Rissbildung. Die Wandschwächung könne durch eine falsch ausgerichtete Achse bei der Herstellung der Leitung entstanden sein.

Der Fehler stehe in Zusammenhang mit dem Fertigungsprozess. Es handele sich um ein "sicherheitskritisches Problem". Das Australian Transport Safety Bureau empfehle, "dass Rolls-Royce sich um dieses Problem kümmert und Maßnahmen trifft, um den Flugbetrieb mit Rolls-Royce Trent 900-Triebwerken sicherzustellen."

Am morgigen Freitag will das ATSB die bisherige Faktenlage noch ausführlicher darstellen.

Unterdessen hat die Fluggesellschaft Qantas am Donnerstag ein Schadensersatzverfahren gegen Rolls-Royce beim australischen Bundesgericht angemeldet. Dies halte dem Unternehmen alle Optionen des späteren gerichtlichen Vorgehens offen, falls seine direkten Schadensersatzverhandlungen mit Rolls-Royce zu keinem Ergebnis führten.

Qantas werde sich genau an alle EASA-Anweisungen halten, die Trent-900-Triebwerkskontrollen nach jedem zwanzigsten Flug vorschreiben. Auch bei fabrikneuen A380 wende Qantas diese strengen Regeln an.



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